Schweiz: Jazz Festival Willisau

Die fünf Festivaltage versprechen ein turbulentes Wechselbad der Wahrnehmungen und Gefühle zu werden – in der Halle ebenso wie im Late Spot oder bei den kostenfreien Konzerten im Zelt. Das demonstriert ein Trio mit der serbischen Pianistin Marina Džukljev, dem Schweizer Bassisten Christian Weber und dem deutschen Schlagzeuger Michael Griener gleich am Eröffnungstag, wenn die drei im Flow der freien Improvisation zwischen mal verdichteten, mal aufgefächerten Klangtrauben changieren. Direkt im Anschluss setzt der US-Amerikaner John Scofield mit seinem Long Days Quartet dazu einen ästhetischen, modern-jazzigen Kontrapunkt. Die kunstvoll gesetzten Vokal-Flöten-Sounds des Quintetts Eupnea um die Flötistin Vera Morais kontrastieren wiederum die tranceartigen Patterns vom Trio Ghosted um den Gitarristen Oren Ambarchi, während das noiselastige Setting von (HipHop-)Vokalistin Georgia Anne Muldrow mit dem Trio Harriet Tubman wiederum einen anderen Bogen schlägt.
Dann sind da noch Tizia Zimmermann (Akkordeon) und Simon Grab (Elektronik) mit ihren vibrierenden Experimenten an der Schnittstelle von Klang und Geräusch, das BIDA ORCHESTRA der in Amsterdam lebenden, koreanischen Drummerin Sun-Mi Hong mit seinem pulsierenden Free Jazz, das Trio Extra um den New Yorker Trompeter Peter Evans mit seiner strukturierten, freien Improvisationsmusik oder der Schweizer Saxofonist Simon Spiess mit dem Helio-Quartett, das dessen Modern Jazz an die Grenzen der Harmonik führt. Auch gibt es in diesem Jahr wieder den KLÄNGBUS von Philippe Läng, der während der ganzen Festivalzeit in Willisau als mobiles Klanglabor vor Ort ist und experimentelle Kompositionen mit interaktiven Soundinstallationen verschmilzt.
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Jazz Festival Willisau






