Jazz thing präsentiert:

jazzahead! 2026

Als 2006 die jazzahead! ihre Premiere als internationale Fachmesse für Jazz und improvisierte Musik im Foyer der Messe Bremen feierte, herrschten die Farben Lila und Weiß vor. Das hatte damit zu tun, dass der Raum unterschiedliche Violetttöne aufwies und das Gros der jazzahead!-Aussteller/-innen hinter weiß gedeckten Tapeziertischen stand.

Louis Cole (Foto: Louis Cole)

„Von Messebau war wenig zu sehen, ich habe vor allem Tapeziertische im Kopf“, weiß demnach auch die damalige und heutige Leiterin der jazzahead!, Sybille Kornitschky, zu erzählen. Wir von Jazz thing machten es nicht anders. Nur hatten wir nicht bedacht, dass unser Tisch unter der Last der vielen Hefte zusammenbrechen könnte. Das tat er; und Redakteur Götz Bühler (heute Artistic Advisor der jazzahead!) fuhr rasch in den nächsten Baumarkt und besorgte Ersatz.

Auch das mit dem „International“ war vor 20 Jahren noch nicht wirklich Realität. So kam der Pariser Konzertagent Laurent Carrier als einziger Fachbesucher der jazzahead! aus Frankreich zu uns an den Stand, um sich und seine Agentur vorzustellen.

War man anfangs nur verhalten optimistisch, was die Zukunft der jazzahead! betraf, so entwickelte sich diese innerhalb weniger Jahre doch zu der Fachmesse für improvisierte Musik, die anderswo auf der Welt wahr – und vor allem ernst genommen wurde – selbst im Mutterland des Jazz, den USA. Waren die ersten Ausgaben von einem … sagen wir: improvisierten Patchworking geprägt, so zeigte sich später die eigentliche Bestimmung der jazzahead! – als Ort, wo man neue Kontakte knüpft und alte pflegt, wo man Hintergrundgespräche führt, wo es sich aber auch locker miteinander plaudern lässt.

Àbáse (Foto: Sztaniszlav Bendarzsevszkij)

Mit zum Erfolg der Messe trugen die Konzertmodule bei, die auch heute noch mit ihren rund 30-minütigen Showcases das Flair der jazzahead! ausmachen. Gleichsam vier dieser Module gibt es: die aus dem German Jazz Meeting hervorgegangenen German Jazz Expo mit Fokus auf Deutschland, die European Showcases mit Ohrenmerk auf Europa, Overseas für Acts außerhalb Europas plus Konzerte mit Bands vom jeweiligen Partnerland.

Ihren 20. Geburtstag feiert die jazzahead! also vom 22. bis 25. April 2026. Gleich das Grand Opening liest sich vielversprechend, wenn die Norbotten Big Band aus dem diesjährigen Partnerland Schweden auf das kalifornische Duo KNOWER mit Sängerin Genevieve Artadi und Schlagzeuger Louis Cole trifft.

Sara Decker Expand (Foto: Jeroen Ruyen)

Auch die 38 Showcase-Konzerte haben es in sich, auf die sich die Jurys für die Module geeinigt haben und die ein breites stilistisches Spektrum abdecken. Zur German Jazz Expo kommen unter anderen das Quintett des Trompeters Richard Koch mit faszinierenden Klangmischungen, die tropicalistische Live-Band des Berliner Produzenten Àbáse und das kollaborative Projekt Expand, in dem Sängerin Sarah Decker fünf Individualistinnen von dies- und jenseits des Atlantiks versammelt.

Louise Knobil (Foto: Pierre Daendliker)

Im Modul Overseas sind Acts wie das Ensemble Sahad aus dem Senegal, die Band des brasilianischen Bassisten Michael Pipoquinha und die der israelischen Pianistin Sharon Mansour zu erleben. Für die European Showcases hat man sich auf Highlights wie KNOBIL um die schweizerische Sängerin und Kontrabassistin Louise Knobil, das niederländische Quartett des ghanaischen Trompeters Peter Somuah und die gleichermaßen kuriose wie furiose Band Analog AI um den slowenischen Saxofonisten Jure Pukl verständigt.

Peter Somuah (Foto: Patrick Kenawy)

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums steht zudem eine Premiere an: das CLUBNIGHT-Double. Am 25. April findet erstmals eine CLUBNIGHT in Bremerhaven statt, wo es Konzerte unter anderem mit der Dance-Funk-Band Mazaratee um den italo-karibischen Musiker Christopher Serazzi und dem Quartett des Johannesburger Trompeters Sydney Mavundla gibt. Am Abend zuvor bespielt die angestammte CLUBNIGHT ganz Bremen – etwa mit Bands aus dem Partnerland Schweden wie dem Emil Brandqvist Trio.

Einen würdigen Schlusspunkt hinter die Geburtstagsausgabe setzt die Gala zur Verleihung des Deutschen Jazzpreises 2026, der nach zwei Jahren in Köln zur jazzahead! nach Bremen zurückkehrt.

Alle Infos unter jazzahead.de.

Foto
Louis Cole, Sztaniszlav Bendarzsevszkij, Jeroen Truyen, Patrick Kenawy

Veröffentlicht am unter Live things

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