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Martin Schüller

Es ist erschreckend, aber ich komme nicht umhin einzuräumen, dass mir in den letzten sechs Wochen schlicht nichts passiert oder auch nur über den Weg gelaufen ist, was irgendwie mit Jazz zu tun gehabt hätte.

Ich war zu Recherchezwecken bei einer Chorprobe, wo Paul McCartneys Oratorium gesungen wurde, ich hatte eine Grippe, der Auspuff unseres Autos ist abgefallen und meine Frau hat im Supermarkt einen sehr akzeptablen Cru Bourgeois für unter fünf Euro entdeckt. Außerdem bin ich unterstützendes Mitglied eines fünftklassigen Kölner Fußballvereins geworden, und in NRW ist das Rauchverbot in Kraft getreten, worum sich niemand schert, jedenfalls nicht die Raucher in Jazzkneipen. Das war so ziemlich alles. Kein Jazz, nirgendwo. (Mit den Rauchern muss ich mich ja nicht noch mal anlegen.)

Aber dann kam Barack Obama.

Ha, dachte ich. Das isses doch! Da muss es doch was geben, ein Amerikaner afrikanischer Abstammung muss doch irgendeine, ach was, eine tiefe Beziehung haben zu dieser größten der wenigen genuin amerikanischen Kulturleistungen.
Aber er steht auf Bob Dylan. Und Springsteen. Und Stevie Wonder. (Gott sei Dank auf den von „Sir Duke“ und nicht den von „I Called To Say I Love You“.)

Ein recht talentierter Teenager spielt bei seinen Wahlkampfauftritten „Take Five“ auf dem Alt. Dianne Reeves war immer schon ein Fan von ihm. Al Jarreau sorgt sich, jemand könne ihm was antun. Immerhin: er hat auch was von Miles, Bird und Trane auf dem iPod. Steht er seit der High School drauf. Aber das kann ja jeder zweite von sich behaupten. (Dass er drauf steht, nicht dass er einen iPod hat. Also ich wenigstens nicht.) Und das war’s auch weitgehend.

Ich hatte mehr erwartet. Erheblich mehr.

Aber hätte ich es mir nicht denken sollen? Schließlich erklären wesentliche Teile der Black Community Obama für nicht schwarz. Jedenfalls nicht richtig. Er ist ein Brother, aber eben nur adopted.

Schwarz im Sinne der Gemeinschaft der schwarzen Amerikaner seien nur die Nachkommen der Sklaven. Ein kenianischer Vater reicht nicht aus. Da kann ja jeder kommen. Klar, dass so einer auf Dylan steht. Und den Boss, den er tatsächlich Boss nennt.

Vielleicht wäre ein Praktikum ja die Lösung. Der richtige Wahlkampf ist ja noch nicht dran, sechs Wochen müsste er übrig haben. Da könnte er als Sklave bei, sagen wir, Hillary Clinton lernen, wie man den Blues kriegt. Aber so richtig. Nicht nur Subterranean Homesick.

Bleibt natürlich die Frage, ob die Weißen ihn dann noch wählen.

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