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Lisa Bassenge

Ich habe den Off-Day bei meiner Mutter verbracht. Die packte meinen Koffer aus, wusch alles, bügelte alles, während ich als Anti-Hausfrau katatonisch daneben saß, und packte unter Schmähungen meiner hausfräulichen Talente den Koffer wieder ein. So viel zur selbstbestimmten Sängerin/Frau/Mutter. Außerdem mäkelte sie noch an meiner Figur herum.
Aber sie war eine große Hilfe. Im praktischen Sinne, meine ich.

Während ich im frisch gebügelten Zebrakleid in Leipzig auf der Bühne stehe, denke ich: Bauch einziehen! Bauch einziehen! Während ich sphärisch singe und die Massen in meinen Bann ziehe, denke ich: Ich muss, wenn ich zu Hause bin, unbedingt aufräumen, abwaschen, Ordnung halten, meine Steuererklärung abgeben, das Kinderzimmer noch kindergerechter machen und so fort. Mist Mist Mist!!! Pause.

In der Pause kommt der Mixer zu mir und fragt so ganz schleimig und scheinheilig, ob ich mich gut höre – weil: meine Intonation sei ja nicht so ganz sauber.

AAAH! Das ist echt das SCHLIMMSTE, was du zu einer Sängerin sagen kannst, Mixer.
In dem ollen Rockschuppen hast du doch sicher noch nie jemanden richtiger singen hören, Mixer! Ich wette, zu der Sängerin von Wir sind Helden hast du das nicht gesagt, Mixer! Das sagst du nur, weil ich nicht berühmter bin und nicht 10.000 Leute bei meinem Konzert sind, sondern nur 100, Mixer! Du hast kein Herz, Mixer! Aber meins blutet jetzt, Mixer!!

Im zweiten Set denke ich: Vielleicht sollte ich wieder Stunden nehmen. Würde sicher gut tun.
Egal. Weitermachen. Nach dem Konzert kauft ein Pilzkopf aus Manchester eine CD. Er erzählt, dass er bei einer Beatles-Show als „Impersonator“ auftritt. Ich sage „Ah, das stimmt, du siehst echt genau aus wie Ringo Starr“, darauf er: „Ich spiele aber Paul McCartney!“ Haaaahaha!

Und so weiter. Bei einer breiigen Studentenclub-Lasagne und saurem Wein sitzen wir zusammen und warten darauf, dass die Zeit vergehen möge und uns weiterträgt von Gig zu Gig, von Hotel zu Hotel. Und dann wundere ich mich, dass mir der Beruf des Musikers früher so glitzerhaft exotisch und erstrebenswert erschien. Aber immerhin kann man umsonst saufen. Alles Liebe und bis zum nächsten Mal,
Eure
Lisa Bassenge

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1 Kommentar zu „Leipzig“

  1. Der Mixer ist ein Blödmann und mir gefällt deine Musik ;-)

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