Berlin: rejazz-Festival@7

Silke EberhardSilke EberhardEigentlich dürfte es ein Festival wie das Berliner rejazz-Festival gar nicht geben, weil das von der Sängerin Jacobien Vlasman 2020 zum ersten Mal organisierte Festival schon mit seiner ersten Ausgabe ein Zeichen dafür setzte, dass FLINTA*-Musikerinnen nicht die Ausnahme, sondern prägende Stimmen der Gegenwart sind. Von Anfang an sollte es Bühne für Jazzmusikerinnen sein, „die mit künstlerischer Eigenständigkeit und klarer Vision auftreten“, heißt es auf der Festival-Website: „als Bandleaderinnen, Co-Leaderinnen und kreative Stimmen einer vielfältigen Szene. Dabei umfasst der Begriff ,Musikerinnen‘ hier alle Frauen (cis und trans) sowie intergeschlechtliche, nicht-binäre und jene Personen, die gesellschaftlich als Frau gelesen werden.“ Im Grunde müssten wir als Gesellschaft ebenso wie als Szene dieses Vorhaben in 2026 aber längst umgesetzt haben.

Da das leider nicht so ist, hat Vlasmann auch für die siebte Ausgabe vom 19. bis 21. November im Berliner Schlot das Programm wieder ganz danach ausgerichtet und für die drei Abende je drei Doppelkonzerte zusammengestellt, mit denen dem Publikum ihre Intention verdeutlicht wird. Die Saxofonistin Silke Eberhard feiert den 20. Geburtstag ihres Trios, mit dem sie stets eine improvisatorische Intensität zum Besten gibt. Die Keyboarderin Liz Kosak mit –**Y**– leistet wiederum einem radikalen Free-Rock Vorschub, und Ariel Bart ist Virtuosin auf der chromatischen Mundharmonika, die sie gleichermaßen ausdrucksstark wie lyrisch zu spielen versteht.

Mit ihrem Quintett kommt die niederländische Saxofonistin Kika Sprangers nach Berlin und präsentiert im Schlot ihren metaphorisch aufgeladenen Modern Jazz. Die Schweizer Harfenistin Juli Campiche erweitert in ihrem Soloprogramm das Klangspektrum ihres Instruments mit Allerlei aus dem digitalen Baukasten, während die Pianistin Aki Takase mit DJ Illvibe und dem Tänzer Kofie da Vibe die Grenzen zwischen Sound, Beats und Physis auszuhebeln weiß.

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rejazz-Festival

Text
Martin Laurentius
Foto
Dovile Sermokas

Veröffentlicht am unter News

Ingolstädter Jazztage