„Spontaneous Music Live“ – ein Name, der das Akronym der Gruppe aus Los Angeles wörtlich und treffend umsetzt – weicht hinsichtlich seines Ausgangsmaterials nicht von den beiden vorherigen Alben von SML ab. Tatsächlich ist das Quintett – Anna Butterss, Booker Stardrum, Gregory Uhlmann, Jeremiah Chiu und Joshua Johnson – erneut vor Publikum zu hören. Der Unterschied liegt diesmal in der Nichtbearbeitung der Musik. Das Album, bestehend aus zwei langen Stücken, zeigt, wozu SML fähig sind, wenn man sie einfach losziehen lässt, wohin und wie weit ihre Interaktionen sie auch immer führen mag. Im Ergebnis entstand nun Musik, die die Vorliebe der Gruppe für gut getaktete Entwicklungen und Zusammenspiel noch präziser einfängt – ein Prozess, der ebenso sehr von Zurückhaltung wie von Abenteuerlust geprägt ist. Das gesamte Ausmaß dieser zwei über 20-minütigen Sessions offenbart einige der atemberaubendsten, reichhaltigsten und dynamischsten Klänge in der noch immer an Fahrt gewinnenden Karriere der Gruppe.
Text
Olaf Maikopf
Ausgabe
, Jazz thing 165
Veröffentlicht am 14. Sep 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews