Die bisherigen Alben der Band standen im Schatten ihrer stets mitreißenden Live-Auftritte, doch „Here Because Of Hope“ steht für sich allein und öffnet sich in eine neue Richtung, die ebenso Raum für Selbstreflexion wie für Feierlaune bietet. Im wesentlichen basiert dieses vierte Album der mit dem „Mercury Prize“ ausgezeichneten Briten auf westafrikanisch inspirierte Grooves, besticht durch mitreißend fette Bläsersätze und findet seine Schönheit letztlich nun auch in der Zusammenarbeit mit den Sängerinnen Leona Lewis, der Jamaikanerin Lila Iké, der Kamerunerin Libianca, dem Rapper Pa Salieu und der Schauspielern Letitia Wright. Besonders Salieu gelingt es, dank seiner Erzählkunst und Fähigkeit sein gambisches Erbe und seine Wurzeln in den Sound einzuflechten, die Musik des Ezra Collective noch unverwechselbarer zu machen. So erweitert die Formation ihre zeitgenössisch britische Musik aus Genres der schwarzen Diaspora, darunter Calypso, Reggae, Afrobeat oder Grime, und bleibt dabei doch verwurzelt in der Community, der Spiritualität und gemeinschaftlichen Kraft, die sie von Anfang an geprägt haben. Ein solides, grooviges Album, das Spaß macht.
Text
Olaf Maikopf
Ausgabe
, Jazz thing 165
Veröffentlicht am 21. Sep 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews