Film: Noga

Noga„Noga“Am 13. August startet in deutschen Kinos der Dokumentarfilm „Noga“ über die israelische Pop-Künstlerin Noga Erez. Mit weiten Männersakkos als Markenzeichen und beeindruckender Vokaltechnik schaffte die Sängerin den Durchbruch im eigenen Land und kurz darauf auch international. Nach zwei Alben beim renommierten Indie City Slang veröffentlichte sie 2024 „The Vandalist“ beim US-Label NeonGold. Im Frühjahr hatte sie als erste israelische Künstlerin Headliner-Status beim US-amerikanischen Coachella Festival. Gleichzeitig sah sie sich, wie derzeit viele israelische Künstler:innen quer durch alle Disziplinen, Anfeindungen und Boykottaufrufen ausgesetzt. Auch davon erzählt der Dokumentarfilm von Jono und Benji Bergmann, die die Sängerin und ihren Produzenten und Lebenspartner Ori Russo dafür über mehrere Jahre mit der Kamera begleiteten.

Beginnend mit dem Release ihres zweiten Albums „KIDS“, widmet sich der erste Teil des Films vor allem der Beziehung zwischen Erez und Russo, die just, als es mit der Karriere vorangeht, in eine Krise gerät. Die Kamera ist sehr dicht dran an dem Paar, was Fans entzücken mag, aber die offenbar als bekannt vorausgesetzte Musik gerät in diesen Szenen ziemlich in den Hintergrund. Andererseits gelingt es den Filmemachern mit dieser etwas aufgezwungenen Intimität tatsächlich etwas von der familiären Wärme zu vermitteln, in der beide aufgewachsen sind, und die wieder wichtig wird, als es in der Mitte des Films ernst wird. Mit dem schicksalhaften 7. Oktober 2023 ändert sich die Situation schlagartig. Die eben noch so wichtige Musikkarriere scheint plötzlich banal, angesichts der Angst um die Geiseln und vor einem lang andauernden Krieg. Wie das Paar mit der Belastung umgeht, mit dem Musikmachen fortfährt, sich in dabei in der neuen politischen Situation orientiert und dann auch noch ein Kind bekommt, ist eine ziemliche emotionale Achterbahnfahrt. Doch was wohl zu Beginn als Blick hinter die Kulissen geplant war, entwickelt sich so zu einer fast universellen Story über die Widersprüche zwischen Pop, Politik und Privatem.

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„Noga“

Text
Eric Mandel

Veröffentlicht am unter News

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