Bundeshaushalt: Kürzungen bei der Kultur

platzhalter_fotoMit dem Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2027 legt die Bundesregierung ihre kulturpolitischen Prioritäten fest. Dieser Entwurf enthält erhebliche Herausforderungen für die professionelle Musikszene in Deutschland. Insgesamt soll der Etat des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, um rund zehn Prozent zusammengestrichen werden. Davon betroffen sind die Bereiche der projektbezogenen Förderinstrumente, die insbesondere für die freie Musikszene von zentraler Bedeutung sind – zum Beispiel bei der Initiative Musik oder auch beim Festivalfonds. Gerade diese Programme schaffen Freiräume für Innovation, künstlerische Entwicklung und neue Kooperationen. Kürzungen treffen deshalb nicht nur einzelne Projekte, sondern schwächen die Zukunfts- und Tragfähigkeit der gesamten Musiklandschaft.

Dagegen setzen sich die drei Musikverbände Freie Ensembles und Orchester in Deutschland (FREO), der Interessensverband freischaffender Musiker:innen in Deutschland, PRO MUSIK, und die Deutsche Jazzunion mit einer gemeinsamen Stellungnahme zur Wehr. „Wir appellieren an die Mitglieder des Deutschen Bundestages“, heißt es darin, „den Regierungsentwurf im parlamentarischen Verfahren entsprechend nachzubessern. Ziel muss es sein, die Leistungsfähigkeit der freien Musikszene langfristig zu sichern und die Förderinstrumente so auszustatten, dass sie den kulturpolitischen Zielen des Bundes auch unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht werden.“

Eine vielfältige Musiklandschaft braucht starke Institutionen ebenso wie eine leistungsfähige freie Musikszene. Beide sind unverzichtbare Bestandteile einer demokratischen und lebendigen Kulturgesellschaft. Institutionell getragene Einrichtungen und die freie Musikszene erfüllen unterschiedliche, sich ergänzende Aufgaben. Die Stärkung einzelner Institutionen dürfe deshalb nicht zulasten jener Förderstrukturen gehen, die Innovation, Nachwuchs, künstlerische Entwicklung und kulturelle Vielfalt ermöglichen, so die drei Verbände.

„Für Jazz und improvisierte Musik sind Förderinstrumente wie die Initiative Musik oder der Musikfonds unverzichtbar“, ist die Geschäftsführerin der Deutschen Jazzunion, Camille Buscot, überzeugt, „und ihre Kürzungen hätten massive Konsequenzen für die Szene. Gerade in dieser demokratisch herausfordernden Zeit wäre es das falsche Signal, ausgerechnet jene Strukturen zu schwächen, die kulturelle Teilhabe, künstlerische Freiheit und gesellschaftlichen Austausch fördern. Die Bundesregierung muss ihre Zusagen aus dem Koalitionsvertrag einhalten und die freie Musikszene nachhaltig stärken.“

Weiterführende Links
Gemeinsame Stellungnahme der drei Musikverbände

Text
Martin Laurentius

Veröffentlicht am unter News

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