Dass Carla Köllner in ihrem Debütalbum endlich Lust hat, ihre eigenen Geschichten zu erzählen, verrät schon der Blick auf die Tracklist: zwischen Beharrlichkeit („persistance“), kindlicher Verspieltheit („hüpfen“) und augenzwinkerndem Humor („bitte nicht schubsen, habe joghurt im rucksack“) entfaltet sich ein nahbares, persönliches Klangbild. Über zehn Jahre gewachsen, präsentiert sich das Bigband-Album strukturell und klanglich in der Tradition verwurzelt, ohne darin stehenzubleiben. Köllner tritt hier nicht als Posaunistin, sondern ausschließlich als Dirigentin auf und lenkt damit den Fokus auf ihr kompositorisches Denken. Innerhalb klarer Formen lässt sie dem Ensemble Raum zur individuellen Entfaltung, wodurch die Arrangements lebendig zu atmen beginnen. Gerade diese Balance macht den Reiz aus: ein frischer Ton, der sich nicht zu ernst nimmt und darin seine Stärke findet.
Text
Paula Rösner
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 17. Aug 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews