12: European Jazz Conference in Köln

Olga Reznichenko TrioOlga Reznichenko TrioDas Europe Jazz Network (EJN) ist 1987 als gemeinnütziger Zusammenschluss von europäischen Jazzfestivals und -spielstätten in Italien gegründet worden. Mit rund 200 Mitgliedsorganisationen aus 38 Ländern gehört es heute zu den bedeutendsten kulturellen Vereinigungen in Europa. 2004 veröffentlichte das EJN sein „Manifesto“, in dem Ziele, Grund- und Leitsätze zusammengefasst wurden. Kernpunkte der Arbeit des EJN sind auch heute noch Schulungsmaßnahmen, Forschung, Lobbyarbeit in ganz Europa und die Bereitstellung von Informationen. Jedes Jahr im September findet zudem die vom EJN organisierte European Jazz Conference (EJC) statt. 2026 kommt man vom 24. bis 27. September zum allerersten Mal in Deutschland, genauer: in Köln, zusammen – auf Initiative vom Stadtgarten, von der Cologne Jazzweek und der Monheim Triennale.

Panels und Workshops zu Themen wie gesellschaftlicher Dialog, kulturelle Innovation und demokratische Resilienz von Jazz und improvisierter Musik werden im Mittelpunkt der zwölften EJC in Köln stehen. Die kreative Musikszene Europas sieht sich mit wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Steigende Kosten, veränderte Förderstrukturen und politische Einflussnahme prägen das Arbeitsumfeld. Die EJC 2026 will Fachleuten aus ganz Europa Raum bieten, um Strategien zu entwickeln, Erfahrungen auszutauschen und neue Ansätze für die Weiterentwicklung ihrer Arbeit zu erproben.

Die Keynote-Speech kommt vom britischen Pianisten Alexander Hawkins, der Einblicke geben will in seine eigene künstlerische Arbeit und die Entwicklungen der zeitgenössischen Jazzszene. Direkt im Anschluss daran diskutieren unter anderem Shabnam Parvaresh (Klarinettistin und künstlerische Leiterin Morgenland Festival) und Isabel Pfeiffer-Poensgen (frühere Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW) über das diesjährige EJC-Motto „Who We Are, What We Stand For“. Im folgenden Fachprogramm sollen verschiedene Fragen und Themen erörtert werden – wie zum Beispiel über angepasste Finanzierungsmodelle oder digitale Sichtbarkeit.

Parallel dazu gibt es ein Showcase-Festival, mit dem die ästhetische und stilistische Bandbreite der hiesigen Szene dargestellt und die künstlerische Qualität und Vielfalt des Standorts Deutschland im europäischen Kontext gezeigt wird. Mit dabei sind unter anderem Evi Filippou Inevitable, Florian Herzog Almost Natural, GANNA, Holly Schlott Unique, das Olga Reznichenko Trio, Rabih Lahoud’s MASAA, das Sheen Trio und Zola Mennenhöh.

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European Jazz Conference

Text
Martin Laurentius
Foto
Stefan Braunbarth

Veröffentlicht am unter News

Applaus 2026