Horst und Gretl Will-Stipendium: Roger Kintopf

Kintopf, 1998 in Darmstadt geboren, studierte Kontrabass an der Abteilung Jazz/Pop der Hochschule für Musik und Tanz Köln und am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris. Er war Mitglied im Landesjugendjazzorchester Hessen und im Bundesjazzorchester. Er spielte in der Pascal Klewer Bigband, arbeitete unter anderem mit Loren Stillman, Frank Gratkowski und Jonas Burgwinkel und ist im Trio Percussion um den Kölner Pianisten Felix Hauptmann zu hören. Als Bassist und Komponist hält sich Kintopf stets im Spannungsfeld von zeitgenössischem Jazz, improvisierter und experimenteller Musik auf, wo er musikalische Tiefe in kreativen Prozessen zu erschließen versucht. 2016 gründete er sein Ensemble Structucture, mit dem er fünf Alben veröffentlicht. In seinem aktuellen Quartett Cipher mit Kirke Karja (Piano), Hauptmann (Synthesizer) und Philip Dornbusch (Drums) verschmilzt er dodekaphonische Prinzipien und improvisatorische Elemente. Mit Victor Fox (Saxofon), Julia Sanjurjo (Gesang), Tizia Zimmermann (Akkordeon), Dudek, Hauptmann und Karja rief er kürzlich das paneuropäische Kollektiv KROM mit ins Leben.
„Kintopfs Hauptinstrument ist der Kontrabass“, heißt es in der Begründung der Jury. „Ein nicht unwesentlicher Teil seines Profils besteht in der Arbeit als Sideman in verschiedenen Formationen, in denen er nicht der Bandleader ist, gleichwohl Wichtiges zum Konzept und den Konturen der Musik beiträgt. Er hat sich zu einem gefragten und sehr markanten Musiker entwickelt, der in den Formationen, in denen er arbeitet, die eigenen Ausdrucksweisen mit denen der Mitmusiker:innen aufmerksam zu koordinieren versteht. Zusätzlich hat Kintopf sich in den letzten Jahren zunehmend nachdrücklich und umfänglich als Komponist profiliert, der Zusammenhänge entwirft und eine wache Aufmerksamkeit für das Miteinander individueller Stimmen aufbringt. Er arbeitet kundig mit Kompositionstechniken der sogenannten Neuen Musik, hat konventionelle Formverläufe hinter sich gelassen und bezieht geräuschhafte Komponenten ein, ohne auf vorbereitete Pfade etwa einer Musique Concrète einzubiegen. Seine Konzepte bleiben auf die Spielsituation der konzertanten Arbeit auf der Bühne bezogen. Die instrumentale und kompositorische Entwicklung seiner Musik betreibt er wie ein Forschungsprojekt.“ Das Preisträgerkonzert spielt Kintopf am 10. September im Rahmen der Cologne Jazzweek im Kölner Stadtgarten.
Weiterführende Links
Roger Kintopf






