Am Ende: Jazz in Essen

Sylvain RiffletSylvain RiffletMit einem Konzert von Steps Ahead um den Vibrafonisten Mike Mainieri nahm am 30. März 1984 die Konzertreihe „Jazz in Essen“ ihren Anfang. Zuerst hatte diese Reihe im Essener Jugendzentrum Papestraße eine Heimat, ab 1992 wurde sie im Grillo-Theater organisiert. Die Liste der Acts, die in den zurückliegenden vier Jahrzehnten bei „Jazz in Essen“ aufgetreten sind, ist lang: Nils Wogram, Richard Galliano oder Erika Stucky waren dort ebenso zu Gast wie Wayne Shorter, Jack DeJohnette, Esbjörn Svensson, Ron Carter oder Joachim Kühn. Der Journalist Berthold Klostermann ist zuletzt künstlerischer Leiter gewesen, gefördert wurde die Reihe durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Am 17. Mai setzt ein Konzert mit der Musik des amerikanischen Komponisten Louis Thomas Hardin alias Moondog (1916–1999) den Schlusspunkt hinter diese Jazzkonzertreihe. Der französische Saxofonist Sylvain Rifflet huldigt dem „blinden Seher“ mit zeitgemäßen, stilübergreifenden Arrangements, O-Ton-Samples und Visuals. „Ein hochgradig sinnliches Traumtheater“, schwärmte einst der Bayerische Rundfunk. Mit dabei sind der Saxofonist Hugues Mayot, der Gitarrist Csaba Palotaï, Rembrandt Frerichs am Piano und Benjamin Flament am Schlagzeug. Für das Ende von „Jazz in Essen“ werden finanzielle Gründe genannt. Vereinbarungsgemäß endet mit dieser Spielzeit die Unterstützung durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Aber weder in der Stadtverwaltung noch in der Essener Lokalpolitik schien jemand bereit gewesen zu sein, sich für den Fortbestand dieser altehrwürdigen Reihe einsetzen zu wollen.

Weiterführende Links
„Jazz in Essen“

Text
Martin Laurentius
Foto
Marilyn Mugot

Veröffentlicht am unter News

Applaus 2026