Dok.Fest München: Sun Ra

Das prägende Milieu des jungen Künstlers mit seinen Kirchen, Klubs, Tempeln, Geheimgesellschaften und Legenden wird zum Teil spielerisch zum Leben erweckt und mit Interviews und historischem und aktuellem Bildmaterial montiert. Eine melodiöse Erzählstimme stellt die Geschichte von Sun Ra auch ins Verhältnis zu anderen berühmten Persönlichkeiten der Stadt, darunter Jazzmusiker Erskine Hawkins und die gegensätzlichen Politikerinnen Angela Davis und Condoleezza Rice. In Interviews zu Wort kommen Sun Ras Großneffe und -nichte, nicht jedoch Mitglieder seines Arkestra, die dafür in einer Film-im-Film-Sequenz musizieren. Trotz seines Low-Budget-Charakters ist „The Magic City“ ein reichhaltiger, informativer Städtetrip, aus dem sich zahlreiche Mosaiksteine des Mysteriums Sun Ra herauspicken lassen.
Zu den weiteren empfehlenswerten Musikdokus des Festivals zählt „Ensemble Modern – Why We Play“. Für sein Porträt des 1980 gegründeten, international besetzten Ensembles für Neue Musik begleitete Regisseur Thorsten Schütte die Musikerinnen und Musiker zu Proben und Aufführungen und lässt sie in Interviews Geschichte und Arbeitsweise des Ensembles reflektieren. Zu den Befragten gehören auch Komponist/-innen wie Rebecca Saunders und Heiner Goebbels, deren Werke das Ensemble Modern im Lauf seiner durchaus spannenden Geschichte interpretiert hat. Am 11. Juni startet der Film regulär in den deutschen Kinos. Für das Filmporträt „Amadou et Mariam – The Blind Couple From Mali“ begleitete der Regisseur Ryan Marley seine Protagonist/-innen 2025 auf ein letztes Konzert in Bamako, wo vor 50 Jahren ihre so erstaunliche wie berührende Karriere begann. Amadou verstarb noch im selben Jahr vor Fertigstellung des Films.
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