Gestorben: Dolores Keane

Dolores KeaneDolores KeaneMit Dolores Keane ist am 16. März im Alter von 72 Jahren eine der wichtigsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen irischen Musik gestorben. Keane, die aus dem County Galway stammte, wuchs noch mit dem alten gälischen Gesang, dem Sean Nós, auf und nahm in ihrer Jugend an den landesweiten irischen Musikwettbewerben, den Fleadhanna teil. Zusammen mit ihrem späteren Ehemann John Faulkner arbeitete sie an der Erforschung der Musik irischer Auswanderer in Kanada. Keane mitbegründete 1975 die Irish-Folk-Revival-Band De Dannan und gastierte bei namhaften Kollegen von Planxty bis zu den Chieftains.

Ab 1978 veröffentlichte Keane Soloalben, zunächst von London aus mit ihrer Band The Reel Union. „Farewell to Éirinn“ (1980) wurde als Sammlung von Auswanderer-Liedern ein Meilenstein. Auch in der Produktion „Bringing It All Back Home“ des irischen Fernsehens über die gemeinsame Musikgeschichte von Irland und den USA gastierte Keane und sang unter anderem mit Emmylou Harris in Nashville. Weltweit erfolgreich wurde 1992 schließlich die All-Women-Show „A Woman’s Heart“ (1992), in der Keane Seite an Seite mit Eleanor McEvoy, Mary & Frances Black und Sharon Shannon agierte. Dadurch wurden ihr Song „Caledonia“ und ihre Version von Paul Bradys „The Island“ sehr bekannt. 1998 sang sie den Titelsong für ein Tributalbum an Pete Seeger, „Where Have All the Flowers Gone“, und teilte sich das Line-Up mit Bruce Springsteen und Bonnie Raitt. Als Schauspielerin übernahm sie ebenfalls in den 1990ern die weibliche Hauptrolle in Brendan Behans „The Hostage“ und in JM Synges „Playboy Of The Western World“. 2022 erhielt Keane bei den Irish Music Awards eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk.

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Stefan Franzen
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Tony 1212/CC BY 4.0

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