Pat Metheny
Side-Eye III+
Uniquity Music
PRO

Wolf Kampmann
KONTRA
Ist man ein Gitarrengott, erwartet die Gefolgschaft mindestens Weissagungen, wenn nicht gar Wunder. Will der Gott aber einfach nur spielen, wohlwollend umkränzt von seinen Jüngern, dann stellt sich ein wenig Ernüchterung ein. Echt? Ein weiteres Pat-Metheny-Album, wie es schon so viele gab? Eine Neuauflage der Sound-Ideen von der Metheny Group bis hin zu einer Prise Orchestrion, mit seltsam unentschlossen eingesetzten Chören im Hintergrund als Klangecho der improvisierenden Melodie-Mäander? Klar beherrscht jeder auf „Side-Eye III+“ sein Handwerk, der eloquente Drummer Joe Dyson, der elegante Bassist Jermaine Paul und auch der unscheinbare Keyboarder Chris Fishman! Aber der Funke springt nicht über. Dem Olympier fehlt der Herausforderer, der ihn im Wettstreit womöglich über sich hinauswachsen lässt. So ist „Side-Eye III+“ himmlisches Gedudel ohne höllischen Biss.
Ralf Dombrowski






