Sophie Hunger

Halluzinationen

(Caroline/Universal)

Sophie Hunger – Halluzinationen (Cover)Sophie Hunger will nicht. Songwriterin mit Jugendappeal, geht schon. Poetin mit lakonisch-melancholischen Texten, nur ein Aspekt. Deutsch, klar, aber ebenso Englisch und Französisch. Ein Hauch von Jazz, gerne mit Erik Truffaz an anderer Stelle. Ein Abstecher in die Pop-Charts, auch schon passiert. Alles möglich, nichts endgültig, das macht Hungers Musik zu einer reizvollen Mischform, die sich von vielen Zwischenstopps inspirieren lässt. „Halluziationen“ ist eine weitere Hybride, mischt pointierte Texte mit Wir-sind-Helden-Pop, dunkle Balladen mit Songwriter-Minimalismus. Das Meiste selbstgemacht, nur mit Dan Carey als Produzenten-Pendant, gelingt Hunger ein Album, das den Eindruck des Skizzenhaften behält, ohne unfertig zu wirken. Mit Versen wie in Poesie gemeißelt: „Ich Granit, du Kristall, gemeinsam sind wir Zucker“, die Liebeserklärung einer Urbanautin. Zur Zeit in Kreuzberg, von dort aus in die Welt. Wer weiß?

Text
Ralf Dombrowski
, Jazz thing 136

Veröffentlicht am unter Reviews

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