Marilyn Mazur's Future Song

Live Reflections

(Stunt/in-akustik)

Marilyn Mazur's Future Song – Live Reflections (Cover)Wer die späten Aufnahmen von Miles Davis, Gil Evans, Wayne Shorter oder Jan Garbarek schätzt, der tut dies mit großer Wahrscheinlichkeit auch wegen Marilyn Mazur. Die Norwegerin – Tochter einer polnischen Mutter und eines afroamerikanischen Vaters – ist wegen ihrer unverwechselbaren Schlagwerkkunst in ihrer Heimat längst selbst ein Star. Als solcher genießt sie auch das Privileg, sich zu ihrem 60. Geburtstag die Wiedervereinigung ihrer einstigen Traumband Future Song wünschen zu dürfen. Fünf Jahre später, pünktlich zum 65., erscheint nun das Live-Album der damaligen Reunion-Tour mit sieben Mazur-Kompositionen, die mit dem Trompeter Nils Petter Molvær, dem Gitarristen Eivind Aarset, dem Saxofonisten Hans Ulrik, der Keyboarderin Elvira Plenar oder dem Drummer Audun Kleive einige Hochkaräter der skandinavischen Fusionszene versammeln. Hinzu kommen noch zwei bislang unveröffentlichte Aufnahmen aus den Jahren 1990 und 2008. Ein durchaus interessantes, aber nicht unbedingt für jeden bekömmliches Festmenü, bei dem sich farbig-wuchtige Spielfreude leider mit drögem Gitarrengefrickel und breiigen Keyboard-Lawinen die Hand gibt.

Text
Reinhard Köchl
, Jazz thing 136

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Marilyn Mazur's Future Song

Live Reflections

(Stunt/in-akustik)

Sie hat bei Miles Davis gespielt oder bei Jan Garbarek. Aber immer war da der Wunsch nach einer eigenen Band, nach einer Formation, die in telepathischem Miteinander höhere Sphären erreichen könnte. Deshalb gründete die amerikanisch-dänische Perkussionistin Marilyn Mazur 1989 Future Song. 20 Jahre hielt die Band. Anlässlich ihres 60. Geburtstages im Jahre 2015 wurde sie wiederbelebt. Bei zwei Konzerten in Kopenhagen und im norwegischen Bodø liefen die Aufnahmebänder mit. Und so kann der Zuhörer erstmals auf einer konservierten Liveaufnahme erleben, was diese Formation so gut kann: Magische Klanggemälde kreieren aus spannenden Rhythmen, Groove und Interaktionen der Beteiligten, wie Drummer Audun Kleive, Trompeter Nils Petter Molvær, Saxofonist Hans Ulrik oder den Sängerinnen Tone Aase und Aina Kemanis. Mazur und ihre illustren Partner schaffen hier eine weitgefasste Musik ohne ein Korsett von Stilgrenzen und Beschränkungen, mit vielen Freiräumen für Improvisationen, die sich wunderbar ins Gesamtbild einbetten. Großes Ohrenkino!

Text
Christoph Giese
, Jazz thing 136

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