Jonas Schoen & Marc Secara's Berlin Jazz Orchestra

Crosscurrent

(Schoener Hören Music/jonasschoen.bandcamp.com)

Jonas Schoen & Marc Secara's Berlin Jazz Orchestra – Crosscurrent (Cover)Bei einer Bigband sind immer eine Menge Akteure am Werk. Das macht den Reiz des Bigband-Sounds aus – oder bewirkt eben auch mal eine gewisse Antipathie gegen die großen Ensembles. Im Fall von Marc Secara’s Berlin Jazz Orchestra bedient man sich am reichen Fundus Berliner Jazzprotagonisten und schafft unter anderem dank hervorragender Rhythmusgruppe einen komprimiert-kompakten Sound, der auf eine ausladende Bigband-Ästhetik verzichtet. Apropos: Die eigene, mitunter klischeehafte Fantasie kann einen auf „Crosscurrent“ schon beim instrumentalen Opener „Let Me Count The Ways“ direkt in die Ästhetik der 1930er der Berliner Messe am Funkturm versetzen, die man trotz Jonas Schoen-Philberts facettenreicher und frischer Arrangements und Marc Secaras zuweilen melancholischer Stimme wie auf Michel Legrands „The Windmills Of Your Mind“ nicht mehr so recht verlassen mag. Das wird dem Album aber nicht gerecht, denn Schoen-Philbert hat auf seinem zweiten Bigband-Album im Verlauf einen melodisch-melancholischen, durchaus modernen und in jedem Fall ästhetische Dramaturgie der Stücke mit emotionalen Höhepunkten kreiert.

Text
Nabil Atassi
, Jazz thing 145

Veröffentlicht am unter Reviews

Schallkultur Festival 2023