Jasper Somsen

Invites Paul van der Feen and Bert van den Brink

(Challenge/Bertus)

Jasper Somsen – Invites Paul van der Feen and Bert van den Brink (Cover)Was gleich auffällt: Das ist kein Rhodes oder eine Wurlitzer. Bert van den Brink bedient ein sogenanntes Vintage Vibe Piano, wie es Stevie Wonder benutzt. Es klingt heller, etwas forscher. Ob das nun das Instrument seiner Wahl war oder die in vielen Locations übliche provisorische Lösung für reisende 10-Finger-Künstler, sei mal dahingestellt. Die seit Januar 2014 im Grand Café Loburg in Wageningen, der Heimatstadt der extrem emphatischen niederländischen Bass-Autorität Jasper Somsen, mit wachsendem Erfolg laufende Reihe „J. S. invites“ drehte sich im März dieses Jahres deshalb jedenfalls in eine völlig neue, ungewohnte Richtung. Das Trio, das der launige Altsaxofonist Paul van der Feen komplettierte, mag Standards wie den „Work Song“, „All The Things You Are“ oder „Footprints“ intonieren; es wirkt dennoch nie wie muffiger Kellerjazz, sondern wie ein Event, das Ausführenden wie Zuhörenden gleichermaßen enormen Spaß bereitete. Ein klarer Punktsieg für den Augenblick, in dem Vertrauen und Spontaneität solch profane Probleme wie die Beschaffenheit des Pianos weit in den Hintergrund rücken.

Text
Reinhard Köchl
, Jazz thing 151

Veröffentlicht am unter Reviews

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