Eric Plandé

Touching

(Jazzwerkstatt/jazzwerkstatt.eu)

Eric Plandé – Touching (Cover)Stücke, die wie trockene Holzscheite klingen, voller Splitter, Kanten und vertrockneten Moosresten, akkurat aufgestapelt. Und doch riechen sie gut und liegen angenehm in der Hand – in diesem Fall im Ohr. Der Musik des Saxofonisten Eric Plandé ist etwas zutiefst Urwüchsiges eigen. Die zwölf Stücke des Trios, dem außer Plandé Pianist Uwe Oberg (dessen Sinnlichkeit das Innenklavier völlig neu definiert) und Drummer Peter Perfido angehören, ist gradlinig und schnörkellos, aber niemals sachlich. In dieser Hinsicht erinnert die Spielhaltung des Trios an den Free Jazz der späten 1960er-Jahre, mit den zwei nicht unerheblichen Unterschieden, dass die Tracks verhältnismäßig kurz sind und die drei Protagonisten nicht die geringste Scheu vor Verbindlichkeit und Schönklang haben. Der Titel „Touching“ ist sehr passend gewählt. Als wollten sie sagen, bei uns geht eine Menge, werfen die drei Musiker ihre Schleppnetze aus und nehmen mit, was nicht durch die Maschen schlüpft. Holzscheit und Hochseefang vertragen sich nicht? Bei Eric Plandé schon.

Text
Wolf Kampmann
, Jazz thing 107

Veröffentlicht am unter Reviews
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