Can

Live In Cuxhaven 1976

(Spoon/Rough Trade)

Can – Live In Cuxhaven 1976 (Cover)Teil 3, nach „Live In Brighton“ und „Live In Stuttgart“, zeigt die klassische vierköpfige Besetzung, ohne Gesang, ebenfalls Mitte der 1970er, kurz bevor ihr Album „Flow Motion“ erschien. Wie die zwei zuvor veröffentlichen Mitschnitte ist auch dies wieder eine Bootleg-Aufnahme. Die nahm sich der verbliebene Can-Musiker Irmin Schmidt vor, bearbeitete sie mit heutiger Technik und Wir hören das historische Material in bestmöglicher Qualität. Die lediglich mit „Eins“, „Zwei“, „Drei“ und „Vier“ betitelten Stücke haben eine Laufzeit von knapp dreissig Minuten. Innerhalb dieser maximal knapp 10-minütigen Jams, in denen auch mal bekannte Themen zu entdecken sind, spüren die vier lustvoll dem nach, was ihre auf Studioalben festgehaltenen, damit zeitlich oft begrenzten Songs, noch mehr an Möglichkeiten inne haben. Ihre Musik war nie zweimal derselbe Fluss. Da kann es passieren, dass sich Czukay beinah wie ein Funk-Bassist generiert, Karoli den Gitarren-Derwisch gibt, Schmidt beim Doors-Keyboarder andockt, aber Liebezeit weiterhin seinen so typischen monotonen Beat trommelt – und Can nie enden wollen. Der Mythos lebt weiter!

Text
Olaf Maikopf
, Jazz thing 146

Veröffentlicht am unter Reviews

Schallkultur Festival 2023