UK: EFG London Jazz Festival

Lizz WrightLizz WrightDas EFG London Jazz Festival ging aus der seit 1970 veranstalteten Camden Jazz Week hervor, die mit Beginn der 1990er-Jahre eingestellt worden war. John Cumming, John Ellson und David Jones entwickelten daraufhin für ihre Produktionsfirma Serious ein neues Festivalkonzept, das 1993 zum ersten Mal an den Start ging. Programmatisch wollte dieses Festival Jazz nicht als begrenzte Stilrichtung zeigen, sondern diesen als eine offene, zeitgenössische und international vernetzte Musik vermitteln. Neben großen US-amerikanischen und europäischen Namen standen stets britische Nachwuchskünstler:innen ebenso im Fokus wie musikalische Avantgarde und ungewöhnliche Improvisationskonzepte; auch HipHop, elektronischer Musik, Tanz und Musikkulturen fanden Raum im Programm. Außerdem gibt es Kompositionsaufträge, eigens für das Festival entwickelte Projekte und ungewöhnliche Kooperationen. Mittlerweile bespielt das EFG London Jazz Festival die britische Hauptstadt zehn Tage lang im November – von Clubs und Bars über Kulturzentren wie Barbican und Southbank Centre bis hin zu großen Konzerthäusern.

2026 findet das EFG London Jazz Festival vom 13. bis 22. November statt. Serious hat kürzlich die ersten Namen im Programm bekannt gegeben. Der Saxofonist Joe Lovano feiert unter anderem mit seiner Instrumentalkollegin Melissa Aldana und dem Pianisten Nduduzo Makhathini das eine Centennial in diesem Jahr, den 100. Geburtstag von John Coltrane, während die britische Multiinsturmentalistin Emma-Jean Thackray die Aufgabe übernimmt, den 100. Geburtstag von Miles Davis mit ihrem „Dear Miles – A Love Letter“ zu würdigen. Der US-Trompeter Ambrose Akinmusire bespielt mit seinem Quartett den Kings Place, während seine Landsfrau, die Sängerin Lizz Wright, in der Cadogan Hall auftritt. Oudspieler Anouar Brahem kommt ins Barbican, Sängerin Melody Gardot in die Royal Albert Hall und Fatoumata Diawara ins Roundhouse. Und natürlich nehmen britische Musiker:innen viel Raum im Programm vom London Jazz Festival ein: mit Auftritten von Fergus McCreadie im Kings Place, GoGo Penguin im Koko, dem Andy Sheppard Trio im Cadogan und Soweto Kinch im Barbican.

Am Schlusstag wird es noch einmal prominent zugehen, wenn der Bassist Dave Holland mit der Sängerin Norma Winstone und dem London Vocal Project ihre Sicht auf „The Music of Kenny Wheeler“ im Kings Place preisgeben, US-Star Samara Joy die Royal Festival Hall zum Beben bringt und Cécile McLorin Salvant in der Queen Elizabeth Hall auf das BBC Concert Orchestra trifft.

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EFG London Jazz Festival

Text
Martin Laurentius
Foto
Hollis King

Veröffentlicht am unter News

Bezau Beatz 2026