RIP: Günter Lenz

Lenz wurde 1938 in Frankfurt am Main geboren. Er spielte zuerst Gitarre, bevor er während seines Wehrdienstes Ende der 1950er zum Bass wechselte. Eine formale Ausbildung hatte er keine. Vielmehr begann er, Jazz in den Clubs der US-amerikanischen Armee im Rhein-Main-Gebiet zu spielen. Dabei hörte ihn irgendwann Mangelsdorff, der den jungen Mann in Nachfolge von Peter Trunk für sein Quintett engagierte. Dort blieb Lenz gut zehn Jahre, spielte aber auch im Trio mit Joachim Kühn, war mit dem George Russell Sextet bei den Berliner Jazztagen zu hören und wurde Mitglied im hr-Jazzensemble. Nach seiner Zeit bei Mangelsdorff wurde er kurzzeitig Bassist im Orchester Kurt Edelhagen, bevor er nach München ging, wo er für die Arrangeure und Bandleader Jerry van Royen und Peter Herbolzheimer arbeitete. Auch US-Amerikaner wie Chet Baker, Coleman Hawkins und Benny Bailey wussten sein swingendes, gerne auch mal rhythmisch raumgreifendes Spiel zu schätzen.
Ab den 1980er-Jahren leitete Lenz seine eigene Band Springtime, in der unter anderem der Pianist Bob Degen und der Schlagzeuger Joe Nay mitwirkten, später war er oft im Trio mit dem Pianisten Patrick Bebelaar und dem Trompeter Herbert Joos zu hören. 20 Jahre lehrte er Bass an der Hochschule für Darstellende Kunst und Musik in Stuttgart, davon fünf Jahre als Professor. Nicht nur für das hr-Jazzensemble, sondern auch zu anderen Gelegenheiten trat Lenz auch als fantasievoller Komponist und Arrangeur in Erscheinung. 2004 wurde er mit dem Hessischen Jazzpreis ausgezeichnet. „Ab 1998 habe ich regelmäßig im Trio mit Günter und Herbert Joos gespielt“, erinnert sich Bebelaar. „Günter (und auch Joos) war lange Zeit eine Art Mentor für mich. Er war es, der mich ermutigte, im Jazz nur dann etwas zu spielen, wenn ich mir sicher war, dass ich auch etwas zu spielen hatte.“ Am 26. Juni ist Günter Lenz im Alter von 87 Jahren gestorben.







