RIP: Junior Mance

Junior ManceJunior ManceBis 2011 unterrichtete der Pianist Junior Mance 23 Jahre lang an der New Yorker New School, unter anderem gehörten Brad Mehldau und Larry Goldings zu seinen Studenten. Was für nicht wenige seiner Kolleg/-innen reiner Broterwerb ist, hat der im Oktober 1928 in Evanston, Illinois als Julian Clifford Jr. geborene Pianisten mit Passion betrieben, wie er im Gespräch mit Arne Reimer für das zweite „American Jazz Heroes“-Buch erzählt. „Vom ersten Tag an liebte ich es und die Studenten waren wundervoll. Anstatt zu reden, muss jeder Student gleich loslegen und spielen. Mal ehrlich: Wieviel akademisches Wissen kann man in den Blues packen? Wörter sind beim Blues keine Hilfe, man muss ihn fühlen“, so Mance. „Ich will mich nicht selbst loben, aber jedes Semester gab es für meine Bluesklasse eine lange Warteliste von Studenten.“

Als Hauspianist im Chicagoer Club Be Hive spielte Mance 1953 und ‚54 mit vielen Größen der „Gründergeneration“ des Modern Jazz – wie beispielsweise Coleman Hawkins, Charlie Parker, Sonny Stitt oder Lester Young. Dort hörte ihn auch die Sängerin Dinah Washington und engagierte ihn als Pianisten für ihre Band. Danach folgten für Mance Jobs bei Julian Cannonball Adderley und Dizzy Gillespie, bevor er Anfang der 1960er-Jahre sein eigenes Jazz-Piano-Trio startete, dessen Debütalbum live im New Yorker Village Vanguard mitgeschnitten und von Riverside Records veröffentlicht wurde – mehr als 30 Platten unter eigenem Namen für verschiedene Jazz-Plattenfirmen sollten in den folgenden Jahrzehnten folgen. 1988 startete er seine Unterrichtstätigkeit an der New School University in Manhattan, neun Jahre später wurde er in die „Jazz Hall Of Fame“ aufgenommen. Am 17. Januar ist Junior Mance im Alter von 92 Jahren an den Folgen einer Hirnblutung nach einem Sturz gestorben.

Text Martin Laurentius

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Arne Reimer

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