RIP: Toshinori Kondo

Toshinori KondoToshinori KondoEr gehörte zu den furiosesten Free-Jazz-Vertretern aus Japan, konnte aber mit seiner Trompete auch einen kühlen, von No und New Wave beeinflussten Fusion-Jazz befeuern. Toshinori Kondo, der 1948 im japanischen Ibamiri geboren wurde, arbeitete in den späten 1970er-Jahren in New York mit Musikern der damaligen Downtown-Szene wie Bill Laswell und John Zorn zusammen. In Europa wurde er als Mitglied von Globe Unity, dem Free-Jazz-Großensemble von Alexander von Schlippenbach, bekannt, in dem er an der Seite von Musikern wie Paul Lovens und Albert Mangelsdorff spielte.

Später kehrte er nach Japan zurück und gründete die Gruppe IMA, mit der er wegweisende Alben wie „Taihen“ und „Metal Position“ einspielte. Dort wagte er sich auch ans Mikrofon und spielte neben der Trompete diverse Spielzeuge und Synth-Percussion. Zwischen diesen elektronischen Sounds und hartem Free Jazz bewegte Kondo sich auch in den folgenden Jahren, als er verschiedenen Formationen Peter Brötzmanns, wie dem Quartett Die Like a Dog und dem Chicago Tentet, angehörte. Auf der anderen Seite seiner Stilpalette wurde er zu Aufnahmen der United Future Organization, aber auch der deutschen Jazzkantine hinzugezogen. Kondo starb bereits am 17. Oktober in Nagasaki, er wurde 71 Jahre alt.

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Toshinori Kondo

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen, Martin Laurentius & Rolf Thomas

Foto
Creative Commons 4.0/Schorle

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