'But Beautiful' Mario Rom‚But Beautiful‘ Mario Rom

„But Beautiful“ ist einer dieser großartigen Musicalsongs, der 1947 von Jimmy van Heusen für den Film „Road To Rio“ komponiert und von Johnny Burke betextet wurde. In der Filmfassung sang Bing Crosby diesen Song zum ersten Mal, viele weitere Versionen – mit Text und ohne – sollten folgen: von Frank Sinatra und Nat King Cole, als Duett von Tony Bennett und Lady Gaga oder als unbegleitete Klavier-Solo-Improvisation von Chick Corea. „But Beautiful“ ist aber auch der Titel eines 1991 erschienenen Buches, in dem der englische Autors Geoff Dyer über einige bekannte Jazzgrößen schreibt – Erlebnisse aus dem realen Leben zum Beispiel von Thelonious Monk, aber auch fiktionale Geschichten, in denen er unter anderem die Bilder von namhaften Jazzfotografen wie William Claxton weitererzählt.

Dyers Erzählband hat damals bei seinem Erscheinen die Jazzleidenschaft im österreichischen Filmemacher Erwin Wagenhofer neu entfacht. Schon als Kind wollte er selbst Jazzer werden, Saxofonist. Statt eines Saxofons bekam er aber eine Trompete. „Nach der ersten Enttäuschung habe ich trotzdem lange Jahre gelernt und wollte sogar studieren, aber es fühlte sich nicht richtig an“, so Wagenhofer. „Es stimmte einfach nicht. Ich konnte zwar sauber und korrekt spielen, meine innere Musik jedoch nicht auf die Trompete übertragen. Da habe ich sie in den Koffer gelegt und nie mehr angerührt.“

Gut so, könnte man meinen. Nach seinen kontrovers diskutierten Filmen „We Feed The World“, „Let’s Make Money“ und „Alphabet“, in denen es um menschliche Haltungen hinter Lebensmittelindustrien, Finanzsystemen und Bildungsthemen ging, widmet sich der vielfach ausgezeichnete Regisseur nun dem Positiven. Im Mittelpunkt stehen nicht länger die fatalen gesellschaftlichen Entwicklungen in der Welt. Für „But Beautiful – Nichts existiert unabhängig“ suchte und fand er vielmehr in einem langjährigen Prozess Menschen und Geschichten, die von gelebten Alternativen hin zum Schönen und Guten künden. Entstanden ist ein Film als Hommage an die Lebendigkeit: eine poetische Komposition faszinierender Bilder und Klänge, die etwas auszulösen vermögen.

Dabei spielt Jazz in vielerlei Hinsicht eine tragende Rolle. Die im Film vorgestellten Musiker Lucia Pulido, Kenny Werner und Mario Rom sollten sich nicht nur mit ihrer Kunst einbringen, sondern auch ihre jeweiligen Persönlichkeiten sind essenziell für den Film. Denn, so Wagenhofer, „die Musik bildet eine Art Dialog mit den anderen Sequenzen und Protagonisten. Nichts existiert unabhängig voneinander, darum soll es gehen.“ Am 14. November ist der Kinostart für „But Beautiful – Nichts existiert unabhängig“.

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„But Beautiful“

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

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