RIP: Miriam Klein

Miriam KleinMiriam KleinDie Schweizer Jazzsängerin Miriam Klein ist am 2. Oktober im Alter von 89 Jahren in ihrer Heimatstadt Basel gestorben. Sie gehörte zu den europäischen Sängerinnen, die sich auch an der Seite prominenter amerikanischer Jazzmusiker einen Namen machen konnten. Ihr Gesang war weniger von virtuosen Effekten als von einer unmittelbaren, textbezogenen Interpretation geprägt. Geboren am 27. März 1937 und aufgewachsen im Basler Gundeldingerquartier, trat Klein bereits in den 1950er-Jahren in Paris mit Don Byas, Pierre Michelot und Art Simmons auf. Nach einer musikalischen Ausbildung in Wien sang sie ab 1963 auch in den Bands ihres damaligen Ehemanns, dem Trompeter Oscar Klein.

Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie 1973 mit „Lady Like“, einer Hommage an Billie Holiday. An der Aufnahme waren unter anderem der Saxofonist Dexter Gordon, der Trompeter Roy Eldridge und der Posaunist Slide Hampton beteiligt. Es folgten Auftritte beim Montreux Jazz Festival, Aufnahmen zum Beispiel mit dem Pianisten Roland Hanna und dem Bassisten George Mraz („By Myself“) sowie Tourneen unter anderem mit dem Schlagzeuger Kenny Clarke. Mit ihrem Sohn, dem Saxofonisten David Klein, entstand 2001 das Album „My Marilyn“, auf dem sie Songs aus Filmen mit Marilyn Monroe neu interpretierte. Klein organisierte ihre Karriere lange ohne Management selbst und verband diese mit der Erziehung ihrer vier Kinder. In einem persönlichen Porträt in der Schweizer Weltwoche schilderte ihr Sohn David sie als eigenwillige, bisweilen exzentrische Persönlichkeit, die sich künstlerischen Erwartungen nicht unterordnen wollte.

Text
Martin Laurentius
Foto
David Klein

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Ingolstädter Jazztage