Klaviernoten: Emahoy Tsege Mariam Gebru

The Piano Music Of Emahu Tsege Maraim GebruThe Piano Music Of Emahoy Tsege Mariam GebruDrei Jahre nach ihrem Tod im Alter von 99 Jahren bleibt die Musik der Pianistin und Ordensschwester Emahoy Tsege Mariam Gebru eines der süßesten Mysterien der äthiopischen Musik. Dokumentiert ist es unter anderem in der Folge 21 der einflussreichen Reihe „Ethiopiques“ (Buda Music). Geboren 1923 in Addis Abeba unter dem Namen Yewubdar Gebru, führte Ihr filmreifes Leben sie in die Schweiz, wo sie Klavier und Violine lernte, zurück nach Äthiopien und dort in italienische Kriegsgefangenschaft. 1944 trat sie als Nonne der äthiopischen orthodoxen Kirche bei und nahm dabei den Titel Emahoy und den Ordensnamen Tsege Mariam an. Weitere Stationen ihres Lebens waren Kairo, Deutschland, wo sie 1963 ihr erstes Album aufnahm, und schließlich Jerusalem, wo sie den Rest ihres Lebens in der äthiopischen Kidane-Mehret-Kirche verbrachte und musizierte – zu raren Anlässen auch öffentlich.

Obwohl sie auch an der Violine ausgebildet war, erlangten vor allem ihre Klavierkompositionen Bekanntheit: in interesselosem Wohlgefallen dahinfließende, melodische Meditationen, irgendwo zwischen Chopin, Mulato Astatke und der späten Alice Coltrane. Wer ihre technisch zum Teil anspruchsvollen Stücke nachspielen wollte, konnte bisher auf ihrer offiziellen Verlagsseite einzelne Komposition als Noten zum Preis von jeweils 10,77 US-Dollar zum Download erwerben. 2018 erschien unter dem Titel „Selected Piano Compositions“ eine kostspielige Print-Edition mit 16 Transkriptionen von Mary Sutton, die diese in Kooperation mit der Komponistin angefertigt hatte. Die Ausgabe war schnell vergriffen.

Nun veröffentlicht der südkoreanische Verlag Ningen Paper Press in Zusammenarbeit mit der Emahoy Music Foundation eine autorisierte und um Fotos, Texte und Archivmaterial ergänzte Edition. „The Piano Music of Emahoy Tsege Mariam Gebru“ (128 Seiten, 34 US-Dollar) erscheint im quadratischen LP-Format zweisprachig auf Japanisch und Englisch und wird laut Instagram-Auftritt des Verlags in ausgewählten Läden weltweit erhältlich sein. Zur Entstehung heißt es dort: „Mary [Sutton] machte die Originalausgabe ‚Selected Piano Compositions‘ einem weltweiten Publikum zugänglich, damit es Emahoys Musik spielen, entdecken und wertschätzen konnte. Emahoy besaß eine umfangreiche Notensammlung, darunter viele Werke, die noch nie aufgenommen worden waren. 16 ihrer Klavierstücke, die auf ‚Ethiopiques Vol. 21‘ erschienen, erlangten weltweite Bekanntheit. Mary hörte Emahoy beim Spielen dieser Stücke zu und transkribierte jedes einzelne sorgfältig, indem sie die Aufnahmen wiederholt anhörte, ohne Zugriff auf die Originalnoten zu haben. In ihrer Arbeit bemühte sich Mary, Emahoys eigenen Klavierstil in Noten festzuhalten und ihre eigene Interpretation hinzuzufügen, ohne dabei die Originalmusik zu verfälschen.“ Außer in Seoul, Tokio und Chicago findet auch in Berlin am 14. und 15. November eine Präsentation mit Hörproben und Werkseinführung im Motto Buchladen in Kreuzberg statt, wo das Buch auch online erhältlich sein wird.

Weiterführende Links
Ningen Paper Press

Text
Eric Mandel

Veröffentlicht am unter News

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