Gestorben: Funky Rob

Make It Fast, Make It Slow„Make It Fast, Make It Slow“Aus Ghana kam die Nachricht vom Tod des Sängers und Bandleaders Rob, auch bekannt unter dem Namen Funky Rob. Geboren am 13. Mai 1949 in Ghanas Hauptstadt Accra als Rob Roy Reindorf, verbrachte er seine Jugend vor allem in Benin, wo er erste Bühnenerfahrung mit dem Orchestre Poly-Rythmo sammelte. Das Klavierspiel brachte er sich durch das Mitspielen zu Platten von Ray Charles und Otis Redding selbst bei. Ein Konzert von Wilson Pickett in Ghana inspirierte ihn, eine Karriere als Bandleader und Showman einzuschlagen. 1977 nahm er gemeinsam mit der ghanaischen Highlife-Band Amponsah sein erstes Album „Rob“ auf. Ein Jahr später buchte er die Militärband Mag-2, um mit dem Album „Make It Fast, Make It Slow“ seine unverkennbar von James Brown inspirierte, musikalische Vision zu vertiefen. Die war dem Highlife-begeisterten ghanaischen Publikum jedoch viel zu funky, und dem Label Essiebons gelang es nicht, die Musik zu vermarkten. Ähnlich erging es ihm wenige Jahre später in Nigeria, wo sein Album „Hell Fire“ (Taretone) im Highlife-Disco-Fieber unterging.

Für viele Jahre kehrte Rob der Musikwelt den Rücken. Unter anderem handelte er mit Schädlingsbekämpfungsmitteln, eröffnete in Ghana ein Restaurant und mischte in der Lokalpolitik mit. Währenddessen gewannen seine Alben schon wegen ihrer kleinen Auflage auf dem Sammlermarkt beständig an Wert. Seine Wiederentdeckung verdankte Rob unter anderem Producern wie J Dilla und Madlib, die seine Breaks sampelten und den Labels Soundway und Analog Africa, die seine ersten beiden Alben wiederveröffentlichten. Vor allem die unverschämt sexy Nummer „Make It Fast, Make It Slow“ entwickelte sich retrospektiv und gerechterweise zum Signature Tune. Dies führte dazu, dass Rob den Cowboyhut wieder aufsetzte und nach jahrzehntelanger Pause ein Bühnencomeback startete. Zwei Tourneen führten ihn nach Europa, wo der 70-Jährige mit seiner Energie das Publikum um den Finger wickelte. Zu seinem Markenzeichen wurde seine (rhetorische) Frage „Do you want more?“. Die damals federführende Booking-Agentur Planet Rock verabschiedet ihn mit den Worten: „The man / the myth was a relentless preacher of the funk the African way. We lost a tremendous showman.“

Text
Eric Mandel

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