Geburt und Tod, Trauer und Sehnsucht. Auf seinem neuen Album „Vom Willen und Tod“ setzt der deutsch-ungarische Komponist Gellért Szabó seine Klangforschung existenziellen Erlebens fort. Nach „Live At Berghain“ (2025), einem Requiem für seinen Vater als dichte und intensive biografische Erzählung von Migration und Identität, hat er seine Musik mit seinem 19-köpfigen Leipziger „Ideal Orchestra“ in einer Kirche aufgenommen – mit Kompositionen von Szabó sowie zwei neu bearbeiteten Auszügen aus Brahms‘ Requiem. Wunderbar gesungen von einem vierstimmigen Chor, als Spannung zwischen Zugehörigkeit und Abgrund, Hymnen und Trauerliedern. Durchzogen von Existenzialismus und Romantik erweist sich Szabó als sensibler Dirigent und vielschichtiger Komponist: erzitternd gewaltig und von berührender Intensität.
Text
Maxi Broecking
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 20. Aug 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews