USA: MacDowell Medal für Anthony Braxton

Anthony BraxtonAnthony BraxtonDie Edward MacDowell Medal geht 2026 an Anthony Braxton. Der 1945 in Chicago geborene Komponist und Multiinstrumentalist wird die Ehrung am „Medal Day“, am 28. Juni entgegennehmen. Der Preis ist benannt nach dem Komponisten Edward MacDowell, der mit der Pianistin Marian MacDowell 1907 die „MacDowell Artist Colony“ in New Hampshire gründete. Die nach seinem Tod von Witwe Marian ins Leben gerufene Non-Profit-Organisation betreibt bis heute ein umfangreiches Residenzprogramm und vergibt die Medaille seit 1960 alljährlich für herausragende Beiträge zur US-amerikanischen Kultur. 2020 wurde sie in „MacDowell Artist Residence“ umbenannt. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Künstler*innen aus Sparten wie Yoko Ono (2024), David Lynch (2017) Nam June Paik (2004), Philip Roth (2001), Norman Mailer (1973) und Edward Hopper (1966). Zu den bisher geehrten Komponisten zählen Aaron Copland (1961), Edgar Varese (1965), Samuel Barber (1980), Leonard Bernstein (1987), Steve Reich (2005) und als erster Jazzmusiker Sonny Rollins (2010).

Zur Vergabe der Medaille an den 66. Preisträger Braxton heißt es auf der Webseite: „In der experimentellen Musikszene genießt er hohes Ansehen für die revolutionäre Qualität seines Werks und für die Inspiration und Förderung, die er Generationen junger Musiker gegeben hat. Braxton schöpft aus einem vielfältigen Spektrum an Einflüssen, von John Coltrane bis Karlheinz Stockhausen, und hat ein einzigartiges musikalisches System geschaffen, das die Idee globaler Kreativität und unsere gemeinsame Menschlichkeit zelebriert. Sein Werk untersucht Kernprinzipien der Improvisation, der strukturellen Orientierung und der rituellen Auseinandersetzung – Innovation, Spiritualität und intellektuelle Forschung.“ Zur Verleihung am 28. Juni auf dem Gelände der Residenz in Peterborough, New Hampshire, gehört eine Laudatio, eine Dankesrede, sowie ein Tag der Offenen Studios mit Picknick. Die Veranstaltung ist für die Öffentlichkeit zugänglich, der Eintritt ist frei.

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Edward MacDowell Medal

Text
Eric Mandel
Foto
Peter Ganushkin

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