Erstmals bringt der Aachener Pianist und Komponist Stefan Michalke auf „Michalke & Strings“ ein klassisches Streichquartett mit einer improvisierenden Jazzformation zusammen. Dabei geht es ihm weniger darum, die Grenzen zwischen beiden Klangwelten aufzulösen, sondern ihre unterschiedlichen Qualitäten produktiv aufeinander zu beziehen. Transparente Arrangements, offene Harmonien und eine bewusst zurückgenommene Klangsprache geben den Kompositionen Tiefe, während Improvisation und festgelegte Strukturen gleichberechtigt ineinandergreifen. Mit Frederik Köster an Trompete und Flügelhorn, David Andres am Kontrabass und Stefan Kremer am Schlagzeug steht Michalke ein fein reagierendes Jazzquartett zur Seite. Die Streicher erweitern dessen Klangspektrum um kammermusikalische Farben und geben der Musik Reife. So entsteht eine ausdifferenzierte Improvisationsmusik, die Einflüsse von Bill Evans und John Coltrane bis Bach und Piazzolla in einer eigenständigen, melodischen Sprache bündelt.
Text
Martin Laurentius
Ausgabe
, Jazz thing 165
Veröffentlicht am 27. Aug 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews