Junge Musiker/-innen dürfen mehr. Viele trauen sich nicht, und die, die es doch tun, werden schnell zum Hype. Das gefeierte Duo DOMi & JD Beck zum Beispiel wirbelt vieles durcheinander. Wenn man will, findet man im Programm von „Who Asked?“ haufenweise Referenzen, von Jacob Collier und den Headhunters und zu Trap Beats und Thundercat. Es ist die Stärke der französischen Keybaoarderin und des Texaner Schlagzeugers, dass sie der ganze Szene-Ballast nicht zu interessieren scheint. Jedenfalls klingt ihr zweites Blue-Note-Album nach Random-Jazz, komplex konstruiert mit klassischen Instrumenten wie Flöte und Fagott als Farbgeber, aber in der Wirkung hochvirtuos beliebig. Denn die Musik läuft durch wie ein Feed der Motive, irgendwie neu, irgendwie ähnlich und geklammert unter anderem durch JD Becks eher variationsarmen Gesang. Es sind Stücke mit Tendenz zur Überlastung durch Impulsfülle. Und das passt zu einer Zeit, in der man kaum noch weiß, welche Informationen relevant sind.
Text
Ralf Dombrowski
Ausgabe
, Jazz thing 165
Veröffentlicht am 27. Aug 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews