„The Transcendent Triptych“ vereint drei prägende Stimmen des europäischen Jazz zu einer Art Band of Bandleaders: Tilo Weber, David Six und János Ávéd. Ihr Debüt wirkt wie ein dreiteiliges Kunstwerk im besten Sinne, dessen Gesamtheit sich aus der Verbindung von Jazz, Folklore und Klassik bildet. Komposition und Improvisation greifen beweglich ineinander, sodass Stücke wie flüchtige Momentaufnahmen erscheinen: poetische Klanglandschaften, die sich stetig neu formen. Ávéds Tenorsaxofon entfaltet eine getragene Eleganz mit unterschwelliger Spannung, während Six zwischen klavieristischer Klarheit und strahlenden Farbtupfern auf dem Cembalo changiert. Weber wiederum denkt Rhythmus weniger als Puls denn als Geflecht, das die Linien seiner Mitmusiker kreuzt und verbindet. Dabei entsteht eine Brillanz, die sich ebenso aus alter Musik wie aus avantgardistischen Ideen speist. Nichts wirkt statisch, alles bleibt im freien Fluss.
Text
Paula Rösner
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 24. Aug 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews