Pasquale Grasso

Be-Bop!

(Masterworks/Sony)

Pasquale Grasso – Be-Bop! (Cover)Wer spielt heute noch so Gitarre? Geschwindigkeit als höchstes Ziel, halsbrecherische Läufe, und dann noch Bebop! Doch, Pasquale Grasso kann das, und es stört ihn auch keinen Pfifferling, wenn ihn jemand deshalb als Retro-Apostel abkanzeln möchte. Weil Charlie Parker und Dizzy Gillespie nun mal die Superhelden seiner italienischen Kindheit waren, inszeniert sich der heute in New York lebende 33-Jährige gleich mit einem ganzen Album, das Klassiker wie „A Night In Tunesia“, „Ornithology“ oder „Groovin‘ High“ enthält. Man kann veritabel damit scheitern. Aber Grasso, Bassist Ari Roland und Schlagzeuger Keith Balla bringen die alten Schlachtrösser wieder in Form; schlank, beweglich und als Plattform für überbordende Soli, im stimmigen Gleichgewicht zwischen brillantem Handwerk und federleichtem Swing, synkopierten Latin-Rhythmen und anderen raffinierten Kunstgriffen. Und dann noch dieser Sound, der klingt, als würden zwei verschieden gestimmte Gitarren dasselbe Thema bearbeiten. Als Bonbon gibt noch die wunderbare Samara Joy auf „I‘m In A Mess“ ein vokales Gastspiel. Es lohnt sich!

Text
Reinhard Köchl
, Jazz thing 145

Veröffentlicht am unter Reviews

Schallkultur Festival 2023