Markus Harm

Foresight

(Double Moon/Bertus)

Markus Harm – Foresight (Cover)Die Archive der Aufarbeitung sind noch immer weit geöffnet. Auch Markus Harm bezieht sich mit „Foresight“ auf die Coronazeit der Einschränkungen, die ihn zumindest zur Titelkomposition veranlasste. Dann aber kamen andere Aufträge und Ideen hinzu, etwa sich zu Olivier Messiaen in Beziehung zu setzen, überhaupt die eigene Ideenkraft neu zu starten. Und so stellt das Quartettalbum des Stuttgarter Saxofonisten, der inzwischen in Wien als Professor lehrt, einerseits einen Rückblick auf die Gefühle von damals, aber ebenfalls den Blick auf kommende Intensitäten dar. Das heißt in diesem Fall: einen stringent, an der Seite von Gitarre, Bass, Schlagzeug erzählenden Modern Jazz, mit Verbeugungen vor dem Hardbop à la Hubbard mit Gasttrompeter Andrey Lobanov, dem reflektierten Sound der 1980er mit geschmackvoll fluide agierendem Bandgefüge, auch ein wenig vor den „Sheets Of Sound“ dicht gewebter Saxofonflächen.

Text
Ralf Dombrowski
, Jazz thing 148

Veröffentlicht am unter Reviews

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