ELBJAZZ 2018

Jeremy Pelt

Water And Earth

(High Note/ZYX)

Jeremy Pelt – Water And Earth (Cover)Manchmal sind es die kleinen Veränderungen, die den Unterschied machen. Hier ein paar Töne Fender Rhodes von David Bryant, eine Hammond-Wolke von Frank LoCrasto, da ein verzerrter Gesang von Ra-Re Valverde, das Drumming von Dana Hawkins übertritt mitunter das Sperrgebiet des Jazz und die Trompete klingt elektrisch. Jeremy Pelt lässt seinen Sound mäandern. Keine ruckartigen, gewaltsamen Prozesse, sondern vorsichtige Bewegungen, weg vom klinisch toten Post-Bop, hin zu einer neuen Identität. Die Metamorphose des Trompeters vom dicklichen Hoffnungsträger zum athletischen Innovator hat mit „Water And Earth“ ein weiteres Etappenziel erreicht. Dass Pelt seinen schimmernd strahlenden, farbenreichen Ton irgendwann über einen Fusion-Teppich schweben lassen würde, wie dies auch Übervater Miles Davis tat, ist alles andere als eine Überraschung. Aber im Gegensatz etwa zu Nicholas Payton verfügt der 36-Jährige über einen Plan, in dem er neben knallharten Rockmetren immer wieder Swingnuancen aufflackern lässt („Boom Bishop“) oder Raum für akustische Balladen („Meditations On A Conversation We Had“) lässt, die eindeutig nach Jazz duften. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei Sopran- und Tenorsaxofonist Roxy Cross als instrumentales Alter Ego von Jeremy Pelt ein. Sehr frisch, sehr spannend, sehr verheißungsvoll.

Text
Reinhard Köchl
, Jazz thing 99

Veröffentlicht am unter Reviews
Trackback URL: https://www.jazzthing.de/review/jeremy-pelt-water-and-earth/trackback/

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Abonnieren: Benachrichtigung bei neuen Kommentaren
oder ohne Kommentar abonnieren.