ELBJAZZ 2018

Dave Douglas

Time Travel

(Greenleaf/greenleafmusic.com)

Dave Douglas - Time Travel (Cover)Der Titel „Time Travel“ lässt viele Assoziationen zu, doch die Musik von Dave Douglas‘ neuer Quintett-CD legt nicht gerade die Vermutung nahe, dass der Trompeter hier in die Zukunft aufbricht. Er umgibt sich zwar mit einigen der namhaftesten Vertreter der jüngeren amerikanischen Jazzgeneration wie Jon Irabagon, Matt Mitchell, Linda Oh und Rudy Royston, gegen deren improvisatorische Leistung hier auch nichts zu sagen ist. Und doch gelingt es Douglas nicht, diese Band ihrem Potenzial gemäß einzusetzen. Es ist solide gespielter Jazz, der sich gut weghört und im Detail auch aufregende Passagen aufweist, aber da entsteht nichts, was über den improvisierten Tagesgebrauch hinausgehen würde. Freilich kann man das nicht immer erwarten, aber gerade Douglas war mit seinen früheren Bands wie Charms of the Night Sky, dem Tiny Bell Trio, Keystone oder seinem String Quintet immer für einen gewissen Mehrwert gut, sodass man ihn mit dem Prädikat „einfach nur gut gespielt“ nicht davonkommen lassen möchte. Vielleicht hält er diese Band ja noch etwas länger zusammen, um ihr mehr zu entlocken. Zu hoffen wäre es.

Text
Wolf Kampmann
, Jazz thing 99

Veröffentlicht am unter Reviews
Trackback URL: https://www.jazzthing.de/review/dave-douglas-time-travel/trackback/

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Abonnieren: Benachrichtigung bei neuen Kommentaren
oder ohne Kommentar abonnieren.