Christoph Irniger Pilgrim

Mt. Tongariro

(Between The Lines/Challenge)

Christoph Irniger Pilgrim - Mt. TongariroErst denkt man, die CD sei leer – so leise und behutsam geht das Quartett des Schweizer Tenorsaxofonisten Christoph Irniger zu Werke. Der kann allerdings seine lauten Seiten bei den Cowboys From Hell rauslassen, vielleicht mit ein Grund, warum er hier an der Grenze zur Hörbarkeit operiert. Mit der Pianistin Vera Kappeler, dem Bassisten Christian Weber und dem großartigen Schlagzeuger Michael Stulz hat er Mitstreiter gefunden, die Lust zu dieser imaginären Reise zum neuseeländischen Vulkan Mt. Tongariro haben. Da geht es dann auch mal heftig zur Sache („Dead Man“), aber meistens führt der Trip in höchst subtile Gefilde. Der Bandname leuchtet jedenfalls ein: Denn wer eine Pilgerreise durchstehen will, braucht einen starken Glauben. Dass Irniger, der Unterricht bei Christoph Grab und Dave Liebman hatte, darauf aus ist, neue Klangwelten zu erkunden, die durchaus irritieren, ist ihm hoch anzurechnen. In der Schweiz wird diese Musik übrigens vom „Popkredit der Stadt Zürich“ finanziell unterstützt.

Text
Rolf Thomas
, Jazz thing 91

Veröffentlicht am unter Reviews
Trackback URL: https://www.jazzthing.de/review/christoph-irniger-pilgrim-mt-tongariro/trackback/