Chai Masters

Magic Realism

(Challenge/Bertus)

Chai Masters – Magic Realism (Cover)Magische Realität klingt nach einem Widerspruch in sich. Denn was soll an einer Realität schon magisch sein, die augenblicklich allenfalls Alpträumen Platz einräumt? Dabei versuchen die Chai Masters bei ihrem Erstling, der während des zweiten Lockdowns ohne vorherige Konzertprobeläufe entstand, wirklich alles, um aus ihren verblüffenden handwerklichen Fähigkeiten Klänge wachsen zu lassen, die einen gewissen Zauber verbreiten. Edel, gediegen, spannend, sorgfältig durcharrangiert – und nicht einmal keimfrei, was bei einer ambitionierten, auf maximale Perfektion ausgerichteten Produktion wie dieser keinesfalls selbstverständlich ist. Bis auf Charlie Parkers „Segment“ präsentiert das Quintett ausschließlich eigene Kompositionen, getragen von den Stimmen von Trompeter Antonio Morena Glazkov und Tenorsaxofonist Lucas Martínez Membrilla sowie Pianist Benjamin Thiébault. Kein klassischer Neobop, sondern dezent tickende, unterschwellig groovende, teilweise hochvirtuose, lyrische Traummusik voller geheimer Zufluchtsorte. Funktioniert also doch irgendwie!

Text
Reinhard Köchl
, Jazz thing 144

Veröffentlicht am unter Reviews

Nosferatu