Paris: Marokko-Festival

MarokkoVom 29. bis 31. Oktober steht die Philharmonie de Paris ganz im Zeichen Marokkos. Die musikalische Vielfalt des Landes wird über ein langes Wochenende zelebriert. Man beginnt mit einem Gnawa-Abend, in dem der Mâalem (Basslautenmeister und Sänger) Abdelkébir Merchane auf eine der wenigen Frauen des Genres, auf Hind Ennaira trifft. Mit der Sängerin Chérifa Kersit aus Khénifra im zentralen Atlas-Gebirge ist die führende Vertreterin der gesungenen Tamawayt-Poesie zu Gast. In ihrem Ensemble bekleidet Justin Adams die Position des Gitarristen, seit über 30 Jahren als Sideman etwa von Robert Plant und Tinariwen einer der Produktivkräfte in der Weltmusik.

Kersit trifft auf das Ensemble Lâabat de Benslimane, das sich mit dem Flamencosänger Manuel Pajares zusammentut. Der dritte Festivaltag ist als großer maghrebinisch-levantinischer Abend angelegt. Das Orchestre Marocain de Musique Andalouse unter Mohamed Briouel reist mit fünf Sängern durch verschiedene traditionelle, sowohl sakrale wie weltliche Repertoires des Mittelmeerraums. Mit von der Partie ist die Marokkanerin Sanaa Maharathi, die den jüdisch-arabo-andalusischen Gesang verkörpert. Die Libanesin Ghada Shbeir stellt den aramäischen liturgischen Gesang vor. Aus Die Tradition der spanischen Cantigas de Santa Maria bringt Anaïs Oliveira ein, während die Griechin Erini Derebei populäre hellenische Liedkunst singt. Und die Italienerin Rachele Andrioli macht das Auditorium mit apulischen Canzoni vertraut.

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Text
Stefan Franzen

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Deutsches Jazzfestival Frankfurt 20026