Marburg: Jazzsommer@4

RENNERRENNERVom 17. bis 20. September findet in Marburg zum vierten Mal der Jazzsommer statt. Elf Konzerte internationaler, deutschsprachiger und lokaler Künstler:innen bilden das über verschiedene Bühnen verteilte Programm, das sich auch in diesem Jahr durch reizvolle Kontraste und vielversprechende Spielkonzepte auszeichnet. „Im Mittelpunkt steht Jazz mit eigener Handschrift“, heißt es dazu auf der Website. „Der Schwerpunkt liegt im modernen Mainstream, aber das Festival schaut bewusst über dessen Grenzen hinaus. Es wird experimentell, elektronisch, kammermusikalisch oder clubnah. Entscheidend ist nicht die Schublade, sondern die Persönlichkeit der Musik.“ Das Epizentrum ist Marburgs womöglich bekanntester Jazzclub, die Cavete, seit 1980 Heimathafen der mitorganisierenden Jazzinitiative Marburg. Hier eröffnet am 17. September das Quartett des Schweizer Saxofonisten Nico Wenger die Festivitäten mit seinem Programm „First Light“, mit dem er seinen einjährigen Aufenthalt in New York verarbeitet. Im Anschluss trifft sich hier, wie auch an den beiden folgenden Tagen, die Szene zur Open Stage, jeweils eingeleitet von lokalen Ensembles.

Derweil geht das Festival am 18. September weiter im Café Trauma, wo das Quartett Endgegner musikalische Motive aus der Gaming-Kultur mittels Jazz und Rock auf ein neues Level bringt. Im Anschluss balanciert das Trio RENNER auf der Spitze ihres Instrumentalen Dreiecks aus Posaune (Moritz Renner), Schlagzeug (Valentin Renner) und Kontrabass (Tabea Kind), bevor das Quartett E.N.D.E. den Abend mit improvisierter Clubmusik abrundet. Der Samstag bietet, abermals an anderen Spielstätten, Highlights wie Posaunist Nils Wograms mit Harfe, Saxofon, Viola und Obertongesang reizvoll besetztes Quartett Muse im Kunstverein Marburg sowie eine weitere „Triple Bill“, diesmal in den Räumlichkeiten des langjährigen Marburger Jugendclubprojekts KFZ in der Biegenstraße. Hier spielen ab 18 Uhr das ebenfalls interessant instrumentierte Tentett der Klarinettistin Rebecca Treschner, die singende Bassistin Knobil, und zum Abschluss das ukrainische Quartett DZ’OB, in dessen Programm Instrumente wie Oboe, Fagott, Violine und Cello mit Techno-, IDM- und Dubstep-Beats und natürlich Jazz verschmelzen. Am Sonntag endet das Festival bei freiem Eintritt mit dem Matinee-Konzert des Frankfurter Saxofonisten Darius Blair im Café Vetter.

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Jazzsommer Marburg

Text
Eric Mandel
Foto
Sebastian Reiter

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Deutsches Jazzfestival Frankfurt 20026