Gestorben: Oliver Jones

Es folgte eine wechselhafte Karriere, die ihn unter anderem als musikalischer Leiter von Sänger Kenny Hamiltons Calypso-Band nach Puerto Rico führte. Erst 1980 kehrte er nach Montreal zurück und etablierte sich dort als Jazzpianist. Sein Debütalbum „Live at Biddles“ 1983 war auch die erste Veröffentlichung des kanadischen Labels Justin Time, dem Jones bis zuletzt treu bleiben sollte. Im Laufe seiner 77 Jahre währenden Karriere veröffentlichte er 25 Alben unter seinem Namen, darunter seine Hommage an sein Heimatviertel „Lights of Burgundy“ 1985.
Konzertreisen führten ihn in die USA, nach Europa, Asien, Australien und zu seiner großen Freude immer wieder nach Afrika. In Nigeria entstand 1990 die Dokumentation „Oliver Jones in Africa“. Das Filmporträt „Oliver Jones Mind Hands Heart“ von Rosey Ugo Edeh feierte 2017 auf dem Montreal International Black Film Festival Premiere. Sie würdigt das Lebenswerk des Pianisten als Musiker wie als Repräsentant und Mentor der afrokanadischen Kultur in Québec. Zum Beispiel engagierte er sich von Beginn an für das Montreal Jazz Festival. In einem Nachruf im Downbeat Magazine schreibt die Montrealer Autorin Sharonne Cohen: „Jones war einer der großen kulturellen Söhne und Ältesten der schwarzen Gemeinde Montreals, insbesondere von Little Burgundy. Er war sowohl ein Produkt ihres außergewöhnlichen musikalischen Umfelds als auch im Laufe der Zeit einer ihrer bedeutendsten Botschafter und Förderer.“





