Gestorben: Oliver Jones

Oliver JonesOliver JonesAm 22. Juli starb im Alter von 91 Jahren der kanadische Pianist Oliver Jones. Auf unserer Seite des Atlantiks kaum bekannt, gehörte er in Québec zu den tragenden Säulen der Jazzszene. Er ist zweifacher Gewinner des Juno Award (Kanadas Äquivalent zu den Grammys), wurde 1993 in den „Order of Canada“ aufgenommen, 2023 in die C“anadian Music Hall of Fam“e. 2025 erhielt er den „Governor General’s Performing Arts Award“. Geboren am 11. September 1934, wuchs Jones im Viertel Little Burgundy, einem Zentrum der Schwarzen Kultur und Spiritualität in Montreal, musikalisch geprägt von einem Ökosystem aus Gospel, Blues und Jazz. Nicht weit entfernt lebte Oscar Peterson, dem Jones als Kind beim Üben zuhören konnte. Er erhielt Klavierunterricht bei Petersons Schwester Daisy und hatte seine Bühnendebüt mit neun Jahren – eine Jazzpiano-Novelty-Show mit Akrobatik.

Es folgte eine wechselhafte Karriere, die ihn unter anderem als musikalischer Leiter von Sänger Kenny Hamiltons Calypso-Band nach Puerto Rico führte. Erst 1980 kehrte er nach Montreal zurück und etablierte sich dort als Jazzpianist. Sein Debütalbum „Live at Biddles“ 1983 war auch die erste Veröffentlichung des kanadischen Labels Justin Time, dem Jones bis zuletzt treu bleiben sollte. Im Laufe seiner 77 Jahre währenden Karriere veröffentlichte er 25 Alben unter seinem Namen, darunter seine Hommage an sein Heimatviertel „Lights of Burgundy“ 1985.

Konzertreisen führten ihn in die USA, nach Europa, Asien, Australien und zu seiner großen Freude immer wieder nach Afrika. In Nigeria entstand 1990 die Dokumentation „Oliver Jones in Africa“. Das Filmporträt „Oliver Jones Mind Hands Heart“ von Rosey Ugo Edeh feierte 2017 auf dem Montreal International Black Film Festival Premiere. Sie würdigt das Lebenswerk des Pianisten als Musiker wie als Repräsentant und Mentor der afrokanadischen Kultur in Québec. Zum Beispiel engagierte er sich von Beginn an für das Montreal Jazz Festival. In einem Nachruf im Downbeat Magazine schreibt die Montrealer Autorin Sharonne Cohen: „Jones war einer der großen kulturellen Söhne und Ältesten der schwarzen Gemeinde Montreals, insbesondere von Little Burgundy. Er war sowohl ein Produkt ihres außergewöhnlichen musikalischen Umfelds als auch im Laufe der Zeit einer ihrer bedeutendsten Botschafter und Förderer.“

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Eric Mandel
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Matt Jiggins/CC BY 2.0

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Deutsches Jazzfestival Frankfurt 20026