Berlin: Iҫ Iҫe Festival

FarhotFarhotAm 20. Juni begeht das Iҫ Iҫe Festival für neue anatolische Musik seine sechste Ausgabe im Festsaal Kreuzberg in Berlin. Die künstlerische Leiterin Melissa Kolukisagil rief das Festival 2020 ins Leben, um aktuelle anatolische Musik und deren postmigrantischen Verwandten auf einer Bühne zu präsentieren. „Iҫ Iҫe“ bedeutet im Türkischen „ineinander verschränkt“ oder „miteinander verwoben“, und so verschränkt sich im Programm anatolische Tradition mit Pop, Rock, Psychedelic und Elektronik, mit Queer-Culture, Performance, Tanz, Lesungen, Gesprächen und Kulinarik, postmigrantischen Entwicklungen in der EU, aber auch der geografischen Nachbarschaft vom Balkan bis Afghanistan. Seit 2023 gibt es bundesweite Ausgaben des Festivals – so findet die nächste Ausgabe vom 23. bis 25. Juli mit einem eigenen Programm (darunter Rasha Nahas, Kekik und Kanax4Life) in den Münchener Kammerspielen statt.

Das Berliner Publikum erwartet ein prall gefülltes Line-up mit Popsängerinnen wie Alizade (elektronisch), Melina Vlachos (neo-traditionell) oder Madanii, die mit dem kompletten Konzerthausorchester auftritt, HipHoppern wie dem Producer Farhot und dem Rap-Trio Junge Arbeiter und zahlreichen DJ-sets (zum Beispiel Unfug Abla, Yaso, Aphroditi und Ay Ay Ay B2B Ilgaz).

Am Vorabend des Festivals findet in Kooperation mit dem Martin-Gropius-Bau bereits eine „Intervention im öffentlichen Raum“ statt: Unter dem Namen Biz Bize (türkisch für „unter uns“) entsteht bei freiem Eintritt zum vierten Mal ein offener Ort für Musik, Gespräche und Performances aus queer-migrantischen Zusammenhängen. Zum Line-up gehören Stand-up-Künstlerin Mila Panić, die im Jemen geborene und in Glasgow lebende Sängerin Intibint, eine Tanzperformance von Saeed Asadsangabi und die Berliner DJ-Ikone Ipek, die die Philosophie des Festivals in ihrer eigenen Laufbahn in vielerlei Hinsicht vorweggenommen hat.

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Iҫ Iҫe Festival

Text
Eric Mandel
Foto
Mauro Pinterowitsch

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