60: Nonesuch Records

Nonsuch 60Nonesuch@60Nonesuch Records feiert 2024 sein 60-jähriges Bestehen. Das Label und seine Freund/-innen begehen diesen Anlass mit Veranstaltungen wie einem Sonderprogramm auf dem Big Ears Festival, einem Podcast, einer Ausstellung und einer Mappe mit Künstler/-innenporträts aus 25 Jahren Nonesuch des Fotografen Michael Wilson sowie Neuauflagen klassischer Vinyl-Alben. Das Programm des Big Ears Festival, das vom 21. bis 24. März in der Innenstadt von Knoxville, Tennessee, stattfindet, umfasst 15 Nonesuch-Künstler/-innen, die den 60-jährigen Geburtstag des Labels feiern, darunter Laurie Anderson, Brad Mehldau, das Kronos Quartett oder Mary Halvorson.

Nonesuch wurde Anfang 1964 von Jac Holzman als Tochterlabel seiner Plattenfirma Elektra gegründet, um „feine Schallplatten zum Preis eines Taschenbuchs“ zu produzieren, was zu der Zeit der Hälfte des Preises einer normalen LP entsprach. Um dies zu erreichen, lizenzierte er zunächst europäische Aufnahmen klassischer Musik, vor allem Kammer- und Barockmusik. Von 1965 bis 1979 leitete Teresa Sterne Nonesuch Records, es entstanden eine Reihe früher elektronischer Veröffentlichungen wie 1966 ein Doppel-LP-Set mit Moog-Klängen und dem „Nonesuch Guide To Electronic Music“, das sich 26 Wochen lang in den Top-100-Charts von Billboard hielt oder Charles Wuorinens „Time’s Ecomium, das 1970 als erstes elektronisches Werk den Pulitzer-Preis für Musik gewann. Sterne gründete auch die „Explorer Serie“, auf der frühe Field-Recordings erschienen. Im selben Jahr verkaufte Holzman Elektra und Nonesuch an die Kinney National Company, die zu Warner Communications und später zur Warner Music Group von Time Warner gehörte.

Ab 1984 leitete Bob Hurwitz Nonesuch, der davor die US-Abteilung des damals von Warner vertriebenen Jazz-Labels ECM Records verantwortet hatte. Er veröffentlichte Alben der Neuen Musik wie 1985 Steve Reichs „The Desert Music“, aber auch Philip Glass, John Zorn, Laurie Anderson oder das Kronos Quartett. Ebenfalls ab 1984 veröffentlichte das Label zunehmend Jazzaufnahmen wie etwa vom World Saxophone Quartet, von Joshua Redman, Brad Mehldau, Ben LaMar Gay, Mary Halvorson, Makaya McCraven oder Ambrose Akinmusire. Seit 2017 leitet David Bither das Label.

Nonesuch startet heute eine neue Videoreihe, „Nonesuch Selects“, in der die Künstler/-innen des Labels Platten ihrer Labelkolleg/-innen aus der Vergangenheit und Gegenwart aus der Bibliothek des Labels auswählen. Das erste „Nonesuch Selects“-Video mit der Gitarristin und Komponistin Halvorson kann hier angesehen werden:

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Nonesuch Records@60
„Nonesuch Selects“

Text
Maxi Broecking

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