15: KLAENG Festival

Wallis BirdWallis BirdWenn vom 15. bis 17. März das KLAENG Festival zum 15. Mal im Kölner Stadtgarten ausgetragen wird, gibt es diesmal keinen „Artist In Residence“. Eigentlich ist das schade, weil es in den drei Ausgaben zuvor stets spannend und interessant war, verschiedene Aspekte einer Künstler/-innen-Persönlichkeit mehrfach im Rahmen dieses Festivals zu hören und zu entdecken – so war es bei der Kölner Saxofonistin Theresia Philipp, dem amerikanischen Bassisten Thomas Morgan oder der mexikanischen Bassistin, Komponistin und Bandleaderin Fuensanta Méndez. Und beim Blick auf die Website des KLAENG Festivals fällt noch etwas anderes auf: Von den ursprünglich sieben Gründungsmitgliedern dieses Kölner Jazzkollektivs sind nur noch vier, der Schlagzeuger Jonas Burgwinkel, der Saxofonist Sebastian Gille, der Gitarrist Tobias Hoffmann und der Bassist Robert Landfermann, übrig geblieben.

Doch am ästhetischen Konzept für das Festival ändert das zuerst mal nichts. Auch das Programm dieser kleinen runden Jubiläumsausgabe fokussiert sich wieder auf eine Genre-offene Musik, die oftmals stilistische Grenzen überwindet und gerne auch nicht alltäglichen ästhetischen Vorstellungen folgt. Deutlich wird das bereits beim diesjährigen Opener, dem Quartett Miraculous Layers der in Amsterdam lebenden, türkischen Sängerin und Cellistin Sanem Kalfa, die mit der Pianistin Marta Warelis, der Saxofonistin Tineke Postma und der Schlagzeugerin Sun-Mi Hong eine imaginäre Folklore aufführt. Im Raum zwischen expressiver Klangeruption, freier Improvisationskunst und intuitiver Interaktion findet das amerikanisch-belgisch-französische Trio Malaby / Dumoulin / Bel seinen Platz, während das Berliner Trio Dell-Lillinger-Westgaard für seine oszillierenden, abstrakt-sinnlichen Sounds den amerikanischen Pianisten Bob Degen als Gast auf die Bühne bittet. Das Christian Wallumrød Ensemble steht wiederum für eine leise, jazzmusikalische Avantgarde, das Duo Robyn Schulkowsky und Joey Baron entfacht ein fulminantes Perkussionsfeuerwerk und die Vokalistin Mirna Bogdanović zelebriert mit ihrer Group geradezu die stilistische Entgrenzung von Musik, wenn sie nonchalante Indie-Pop, Jazz, Klassik und Club-Sounds aufeinanderprallen lässt.

Der rote Faden im Programm sind diesmal Solospots an jedem der drei KLAENG-Festivalabende. Den Anfang macht am Freitag der Kontrabassist James Oesi, der gleichermaßen in der Klassik wie in der Neuen und Improvisierten Musik zu Hause ist und dadurch dem Festivalkonzept einen ganz eigenen Twist vermittelt. Weiter geht es am Samstag mit der Singer-Songwriterin Wallis Bird aus Irland mit Wohnsitz Berlin, die in ihren mal sanften, mal ausdruckstarken Liedern eindringlich über Vertrauen, Alkoholmissbrauch, Stagnation oder Selbstoptimierung singt. Und am Schlusstag setzt sich die slowenische Pianistin Kaja Draksler an den Flügel im Konzertsaal vom Stadtgarten, um einen für sie typischen Parforce-Ritt durch Jazz und frei improvisierte Musik, durch klassische Moderne und Neue Musik hinzulegen.

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KLAENG Festival

Text
Martin Laurentius
Foto
Tobias Ortmann

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