25: Enjoy Jazz

Moor MotherMoor MotherEin bemerkenswertes Jubiläum feiert Enjoy Jazz in diesem Jahr: Die Ausgabe vom 2. Oktober bis zum 4. November ist bereits die 25. des längst etablierten Festivals, das die Metropolregion Rhein-Neckar – und dort insbesondere Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen – in eine pulsierende Jazzlandschaft verwandelt. Zum Jubiläum haben sich die Festivalmacher für zwei ganz besondere „Artists in Residence“ entschieden. Die eine ist die US-amerikanische Vokalkünstlerin Moor Mother alias Camae Ayewa, die gerade erst den Deutschen Jazzpreis als Künstlerin des Jahres bekommen hat. Sie lässt Genregrenzen hinter sich, ehrt aber auch die Tradition: Nicht nur deshalb wird sie beim Festival zusammen mit der Saxofon-Legende Archie Shepp auf der Bühne des Karlstorbahnhofs stehen. Beide stammen übrigens aus Philadelphia. In einem weiteren Konzert wird Moor Mother dem Sänger, Bildhauer und Performance-Künstler Lonnie Holley in der Alten Feuerwache Mannheim begegnen. Außerdem ist sie am „Tribute to Ornette Coleman“ des Schlagzeugers Denardo Coleman beteiligt (im BASF-Feierabendhaus).

Zweite „Artist in Residence“ ist die US-Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington. Sie wird ihre ursprünglich für ein 100-köpfiges Orchester geschriebene Kompositon „Seen/Unseen“, bei der es um den Tod von George Floyd geht, im Nationaltheater aufführen, die dazugehörigen Visuals stammen von der Videokünstlerin Michalene Thomas. Außerdem wird Carrington mit der deutschen Pianistin Anke Helfrich spielen und ist erste Preisträgerin des frisch ins Leben gerufenen „Christian Broecking Award for Arts Education“. Der Preis ist nach dem verstorbenen Journalisten Christian Broecking benannt, der auch für Jazz thing geschrieben hat.

Vier weitere Konzerte werden von internationalen Festivals kuratiert: Das Istanbul Jazz Festival präsentiert Tasra Trilogy & Dilan Balkay, das London Jazz Festival holt Moment’s Notice nach Mannheim, das Summertime JazzFest aus Tel Aviv zeigt ein Konzert mit dem Nigun Quartet und das Winter Jazzfest New York präsentiert MonoNeon. Außerdem im Programm: Lakecia Benjamin, Lage Lund, Jason Moran, Isaiah Collier & the Chosen Few, Kassa Overall, Lucia Cadotsch, Aki Takase, Arild Andersen, Nils Petter Molvaer, Nik Bärtsch sowie Gitarrist Claus Boesser-Ferrari, der sich mit seiner Lebensgefährtin Jutta Glaser dem Werk der libanesischen Malerin und Dichterin Etel Adnan widmet.

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Enjoy Jazz

Text
Rolf Thomas
Foto
Manfred Rinderspacher

Veröffentlicht am unter News

Deutscher Jazzpreis 2024