DJU: Wahlprüfsteine

Urs JohnenUrs JohnenKurz vor der Bundestagswahl macht die Deutsche Jazzunion (DJU) auf ihre Wahlprüfsteine aufmerksam. Im Vorfeld der Wahl hat die DJU acht Fragen an die Parteien Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, CDU/CSU, SPD und FDP gerichtet. In vielen Punkten unterstützen die Parteien die Positionen der DJU, wenn es konkret wird, gibt es jedoch zum Teil deutliche Unterschiede. So fordern Grüne, Linke und FDP ein „Staatsziel Kultur“, wogegen die CDU Verlängerung der Neustart-Hilfen anbietet. Grüne, Linke und SPD unterstützen Mindestgagen, die CDU weist auf die Tarifautonomie und die FDP auf freie Verhandlungen der Beteiligten hin. Auch wenn es um die faire Vergütung von Urheber*innen geht, sind die Antworten sehr unterschiedlich, bei der Exportförderung gibt es laut DJU kaum konkrete Ansätze.

Zur Förderung von Gleichstellung und Diversität fordern Grüne, Linke und SPD Quotenregelungen, die FDP schlägt ein Rotationsprinzip auf den obersten Leitungsebenen von Kultureinrichtungen des Bundes vor. „In der Gesamtschau der Antworten zeigt sich erfreulicherweise ein wachsendes Verständnis für die Erfordernisse der Kunst- und Kulturschaffenden über die Parteigrenzen hinweg“, sagt der Geschäftsführer der DJU, Urs Johnen. „Konkrete und ausreichende Vorhaben etwa für die Verbesserung der sozialen Absicherung freier Künstler*innen, für die langfristige Kulturfinanzierung oder zur Förderung von Gleichstellung und Diversität sind jedoch nicht überall zu erkennen.“

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Deutsche Jazzunion

Text
Stefan Franzen, Martin Laurentius & Rolf Thomas

Foto
Stefanie Marcus

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