Köln: KLAENGresidency für Theresia Philipp

Theresia PhilippTheresia PhilippNachdem die Feierlichkeiten zum zehnten Geburtstag des Kölner Jazzkollektivs, KLAENG, vorbei sind, haben die sechs KLAENGster Jonas Burgwinkel (Drums), Sebastian Gille (Saxofon), Pablo Held (Piano), Tobias Hoffmann (Gitarre), Frederik Köster (Trompete) und Robert Landfermann (Bass) das Programm ihres nächsten KLAENG Festivals vom 19. bis 21. November im Kölner Stadtgarten bekannt gegeben. Dafür hat sich das Kölner Kollektiv auch etwas Neues ausgedacht: Ab dieser Ausgabe wird es jedes Jahr einen oder eine „Artist In Residence“ für das Festival geben, der oder die während der KLAENGresidency mit exklusiven Projekten im Programm vertreten sein wird. Für das KLAENG Festival 2021 hat man sich für die junge Kölner Saxofonistin und Komponistin Theresia Philipp entschieden. „Die vielfach ausgezeichnete Klangforscherin stellt ihre einzigartigen musikalischen Visionen einer gesellschaftsrelevanten sowie genreübergreifenden, bislang nie gehörten Klangkunst vor“, so die Begründung der Wahl.

Gleich mit dem KLAENGresidency-Projekt „Ain’t I?“, das das diesjährige KLAENG Festival am 19. November eröffnet, hält sie dieser Erwartung stand: „Als Musikerin reflektiere ich ständig meine Arbeit und ihre gesellschaftliche Bedeutung“, sagt Philipp, die 1991 im sächsischen Großröhrsdorf geboren wurde und seit gut zehn Jahren in Köln lebt. Mit der Sängerin Lara Bello, der Posaunistin Shannon Barnett, dem Bassisten Robert Lukaciu und dem Schlagzeuger Rajiv Jaraweera reflektiert die Saxofonistin die soziale Diversität ihrer Generation und vertont Reden der Afroamerikanerin, freigelassenen Sklavin und Frauenrechtlerin Sojourner Truth, deren Aussage „Ain’t I a woman“ in gewisser Weise auch Namensgeberin für ihr Projekt ist, und der pakistanischen Kinderrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai und setzt diese in Zusammenhang mit Zitaten der vietnamesischen postkolonialen Theoretikerin Trin Thi Minh Hà. Als zweites Projekt hat Philipps neues Trio mit dem Schlagzeuger Jim Black und dem Bassisten Simon Jermyns seine Premiere auf dem KLAENG Festival.

Das restliche Programm spiegelt einmal mehr die so unterschiedlichen Vorlieben der sechs KLAENGster wider. Aus Westafrika kommt der Kora-Virtuose Ablaye Cissoko zum Festival nach Köln, eine nicht ganz so weite Anreise hat das in Brüssel beheimatete Octurn um den Baritonsaxofonisten und Klarinettisten Bo van der Werf, der den Holländer Joris Roelofs an der Bassklarinette als Gast für sein Quartett geholt hat. Weiter im Programm: Marilyn Mazur Special 4 mit der englischen Vokalistin Norma Winstone, das Kölner Quartett SALOMEA um die Sängerin Rebecca Salomea Ziegler, Sebastian Sternal mit seinem unbegleiteten Klavier-Soloprogramm, die in Berlin lebende, türkische Vokalistin Cansu Tanrikulu im Trio mit Greg Cohen (Bass) und Tobias Delius (Saxofon & Klarinette) und das Trio des Pianisten Marc Copland mit Drew Gress (Bass) und dem KLAENGster Jonas Burgwinkel (Drums) zum Festivalschluss.

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KLAENG Festival

Text
Stefan Franzen, Martin Laurentius & Rolf Thomas

Foto
Bettina Fürst-Fastré

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